Zum Holocaust Gedenktag
In Kooperation mit der Gescher Gemeinde, dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus und dem Bündnis gegen Antisemitismus zeigen wir Kerstin Pommerenkes Film STIEFMÜTTERCHEN STATT VERGISSMEINNICHT über die Geschichte der ehemaligen Synagoge in Müllheim. Der Film ist ein eindrückliches und eindringliches Plädoyer für einen konkreten Erinnerungsort an die ehemalige jüdische Gemeinde. Nach dem Film folgt ein Filmgespräch mit Pommerenke.
Außerdem zeigen wir in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Dory Sontheimers DAS VERMÄCHTNIS DER SIEBEN SCHACHTELN. Geboren in Barcelona, entdeckt die Regisseurin nach dem Tod ihrer Mutter auf dem Dachboden ihres Elternhauses sieben Schachteln mit Briefen, Fotos und Dokumenten. Darin stößt sie auf die ihr bis dahin unbekannte Geschichte ihrer Familie, die in Deutschland von den Nationalsozialist*innen als jüdisch verfolgt wurde. Nach dem Film spricht Sontheimer über ihre Familiengeschichte.
STIEFMÜTTERCHEN STATT VERGISSMEINNICHT
In Müllheim ließ man 1968, dreißig Jahre nach der Verwüstung in der Reichspogromnacht 1938, das jüdische Synagogengebäude abreißen. Auf dem frei gewordenen Gelände in der Hauptstraße baute man einen Parkplatz. Zum Gedenken an die jüdische Gemeinde und als Erinnerung an die Synagoge steht seit 1973 ein Gedenkstein in einer Ecke des Platzes.
Wie kam es zu dem späten Abriss 1968? Was waren die Umstände und die Stimmung damals in Müllheim? Gab es ein Bewusstsein über die politische und gesellschaftliche Bedeutung und Tragweite des Abbruchs? Wie öffentlich wurden die Abrisspläne gemacht und besprochen? Wie war die örtliche Berichterstattung? Protokolle des Gemeinderats aus der Nachkriegszeit, der Schriftverkehr der Stadt Müllheim mit dem Oberrat der Israeliten in Karlsruhe und jüdischen Interessenten, die das Gebäude erhalten wollten, geben teilweise Antworten auf diese Fragen. Ebenso versucht der Künstler Bernd Völkle, der in den 1960er-Jahren sein Atelier in der ehemaligen Synagoge hatte, Antworten zu geben. Er erzählt aus seinen Erinnerungen mit Fotos und Filmaufnahmen aus seinem Privatarchiv.
Der Film thematisiert die Auseinandersetzung mit jüdischem Erbe anhand der Stadt Müllheim. Denn neben dem Abriss der Synagoge gab es auch konstruktive Ansätze mit der jüdischen Vergangenheit Müllheims umzugehen: Errichtung eines Gedenksteins auf dem Jüdischen Friedhof 1987, Einladung der Holocaustüberlebenden 1987 und die Verlegung von Stolpersteine 2006. Weitere Weggefährten, Historiker und Stadtarchivar Dirschka begleiten die Filmemacherin auf ihrer Spurensuche. Dies macht den Film zu einem wertvollen Beitrag zur Stadtgeschichte, welcher die Erinnerung an die jüdische Gemeinde wieder lebendig werden lässt. Aber zeigt auch, wieviel persönliches Engagement es braucht, die Erinnerung zu bewahren.
Kerstin Pommerenke, seit 2016 in ihrer Heimatstadt Müllheim tätig, ist mit diesem Film ein eindrückliches und eindringliches Plädoyer für einen konkreten Erinnerungsort an die ehemalige jüdische Gemeinde gelungen. In Kooperation mit der Gescher Gemeinde, NS Dokuzentrum und dem Bündnis gegen Antisemitismus
Wann
So 25.01., 19:00, zu Gast: Kerstin Pommerenke
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)
DAS VERMÄCHTNIS DER SIEBEN SCHACHTELN (LES 7 CAIXES)
Dory Sontheimer, geboren in Barcelona, entdeckte nach dem Tod ihrer Mutter auf dem Dachboden ihres Elternhauses sieben Schachteln mit Briefen, Fotos und Dokumenten. Darin stieß sie auf die ihr bis dahin unbekannte Geschichte ihrer Familie, die in Deutschland von den Nationalsozialist*innen als jüdisch verfolgt wurde. Die Recherche nach ihren Vorfahr*innen führte sie nach Freiburg – und dann nach Israel, Tschechien, Argentinien, Kanada und in die USA.
In Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus
Wann
Mi 28.01., 18:00, zu Gast: Dory Sontheimer
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)