Women Power unter Palmen

Wenn die Welt im Mai 2026 auf die Côte d’Azur blickt, feiern wir mit unserer Filmauswahl jene Regisseur*innen, die die höchste Auszeichnung der Filmwelt erobern konnten: Palme d’or, die Goldene Palme. Da Cannes lange Zeit eine reine Männerbastion war, blieb diese Ehre bis heute nur wenigen Frauen vorbehalten. Den Anfang machte Jane Campion, die 1993 mit DAS PIANO als erste Frau überhaupt die Goldene Palme gewann. Ergänzt wird dieser Rückblick durch Ikonen wie Agnès Varda, der ‚Mutter der Nouvelle Vague‘, die 2015 als erste Frau die Ehrenpalme für ihr Lebenswerk erhielt. Wir zeigen noch Mascha Schilinskis IN DIE SONNE SCHAUEN – ein Film, der zwar keine Palme gewann, Schilinski jedoch letztes Jahr als erste deutsche Filmemacherin im Hauptwettbewerb sowie in der Sektion Un Certain Regard für internationales Aufsehen sorgte und schließlich den renommierten Preis der Jury erhielt.

Lassen Sie sich von diesen außergewöhnlichen Werken begeistern und würdigen Sie mit uns die Erzählkunst dieser Regisseurinnen.

ANATOMIE EINES FALLES

Sandra, eine deutsche Schriftstellerin, ihr französischer Ehemann Samuel und ihr Sohn Daniel leben in einem kleinen Ort in den französischen Alpen. An einem strahlenden Tag wird Samuel am Fuße ihres Chalets tot im Schnee gefunden. War es Mord? Selbstmord? Oder doch nur ein tragischer Unfall? Der Polizei erscheint Samuels plötzlicher Tod verdächtig, und Sandra wird zur Hauptverdächtigen. Es folgt ein aufreibender Indizienprozess, der nach und nach nicht nur die Umstände von Samuels Tod, sondern auch Sandras und Samuels lebhafte Beziehung im Detail seziert.

Justine Triet wurde in Cannes als dritte Frau in der Geschichte des Festivals für ANATOMIE EINES FALLS mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. 

 

Wann
Mi 20.05., 19:30
Do 21.05., 21:30

Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg

Eintritt
10,00 € (normal) / 7,00 € (ermäßigt)

DAS PIANO

Neuseeland Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Klavier am Strand, vor wilden Wellen. Das Bild hat nichts von seiner Wucht verloren. Es ist ein ikonisches Bild im Œuvre von ­Jane ­Campion, jene Szene aus DAS PIANO, in der die Viktorianerin Ada von Maori an Land getragen wird, sich weigert, die Reise durch den neuseeländischen Regenwald ohne ihr Klavier fortzusetzen, und die Nacht mit ihrer Tochter am Strand verbringt.

Jane Campion feierte mit diesem Film, der mit der Goldenen Palme in Cannes sowie mit drei Oscars ausgezeichnet wurde, großen internationalen Erfolg.

Wann
Di 26.05., 19:30
Fr 29.05., 21:30

Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg

Eintritt
8,00 € (normal) / 5,00 € (ermäßigt)

DIE STRÄNDE VON AGNÈS (LES PLAGES D’AGNÈS)

In DIE STRÄNDE VON AGNÈS unternimmt DIE französische Filmemacherin, Fotografin und Installationskünstlerin Agnès Varda buchstäblich im Rückwärtsgang eine assoziative Reise durch ihr Leben. Sie lässt sich leiten von ihren Erinnerungen, die so tückisch, unstet und ruhelos sind wie Fliegen. Und von den Stränden, die ihr Leben geprägt haben: die weiten Strände der belgischen Küste ihrer Kindheit, der Hafen der südfranzösischen Stadt Sète, wo sie nach der Flucht aus Brüssel ihre Jugend verbrachte, außerdem Venice Beach in Los Angeles, wo sie mit ihrem Mann Jacques Demy lebte und schließlich die Strände der Atlantik-Insel Noirmoutier, wo Varda mit ihrer Familie ein zweites Zuhause hatte. Varda spielt sich selbst als „kleine Alte“, inszeniert sich inmitten von Ausschnitten aus ihren Filmen, Gesprächen mit Weggefährten (z. B. Chris Marker als Katze „Guillaume en Egypte“) und ins Bild gesetzten Fantasien.

Wann
Mi 27.05., 19:30
So 31.05., 17:30

Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg

Eintritt
8,00 € (normal) / 5,00 € (ermäßigt)

IN DIE SONNE SCHAUEN

Mascha Schilinskis preisgekrönter Cannes-Erfolg: Ein Vierseitenhof in der Altmark steht im Zentrum des Films. Ein Ort, der nicht nur Schauplatz ist, sondern Speicher: für Stimmen, Körper, Erinnerungen. Mascha Schilinskis Film macht diesen Hof zum Resonanzraum eines Jahrhunderts – und zu einem poetischen Versuch, Zeit erfahrbar zu machen. Erzählt wird von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen – Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) –, deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit. Als sich ein tragisches Ereignis auf dem Hof wiederholt, geraten die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart ins Wanken.

 

Wann
Do 28.05., 19:30
So 31.05., 19:45

Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg

Eintritt
10,00 € (normal) / 7,00 € (ermäßigt)