Ohren auf Weltreise – Geschichten & Klänge aus Westafrika
Bassekou Kouyaté & Amy Sacko mit Stefan Franzen
Er ist „ein Genie und der lebende Beweis dafür, dass der Blues aus Mali kommt“, sagt Taj Mahal über seinen Kollegen Bassekou Kouyate. Nach 5 Alben mit seiner Band Ngoni Ba veröffentlicht der Meister des Ngoni Bassekou Kouyate nun „Djudjon“, ein Album mit seiner Frau Amy Sacko. Mit diesem landete er sowohl in den World Music Charts auf Platz 1. Das kammermusikalische Programm ist eine berührende Hommage an seine Eltern und an die Kultur der Griots (die Geschichtenerzähler und Gesellschaftskommentatoren Westafrikas).
Vor dem Set des malischen Duos liest Stefan Franzen mit Klangbeispielen aus seinem Buch „Ohren auf Weltreise“. Dabei nimmt er uns mit auf eine Reise durch die westafrikanische Klangwelt: Wir erfahren Spannendes über die Musik aus Mali, dem Senegal und Guinea, lernen herausragende Stimmen und starke Frauengestalten kennen und erfahren, wie stark die Traditionen Malis, Senegal und Guineas verflochten sind mit dem Blues der USA, Klängen aus Kuba, und den Traditionen der Gnawa aus Marokko.
„Ohren auf Weltreise“ Stefan Franzen
Abseits von Rock, Pop und Klassik erkundet Journalist und Autor Stefan Franzen seit vielen Jahren die musikalischen Besonderheiten verschiedener Kulturen. Auf Reisen nach Brasilien und Ghana, nach Istanbul, Marokko und Katalonien, ins norwegische Eis und zu englischen Folk-Festivals tauchte er vor Ort in die Musiklandschaft ein – entdeckte aber auch oft Verblüffendes in nächster Nachbarschaft. Warum entstand die Bossa Nova auf dem Klo? Wie kam die Rumba in den Kongo? Ist der Fado Portugals wirklich so traurig? Was ist ein indischer Raga, was ein arabischer Maqam? Auch diesen Fragen geht er nach.
Nun hat er seine Begegnungen und Erkenntnisse zu einem originellen Kalendarium gebündelt. Anhand globaler musikalischer Kurzgeschichten entstand ein spannender Begleiter durchs Jahr, gewürzt mit aufschlussreichen Anekdoten und Zitaten der Musikerinnen und Musiker. Geburtstage sowie wichtige kulturelle und politische Ereignisse flankieren den klingenden Kalender. Die 366 Mosaiksteinchen bilden eine alternative Musikgeschichte unserer Welt: mit Bobby McFerrin, Anoushka Shankar, Gilberto Gil, Carminho und Angélique Kidjo, aber auch mit George Harrison, Kate Bush und Caterina Valente, mit entlegenen und schrägen Tönen, aber auch Berührungen der Popkultur mit dem „Fremden“.
„Ein lässiger, täglicher Workout in Sachen Neugier-Training, eine Hörschule, die man gerne zur Pflichtlektüre im Musikunterricht erklären würde. Was für ein Trip!“ (René Zipperlen, Badische Zeitung)
„Franzen schafft es, überraschende Kontexte zu setzen, sich mit gesellschaftlichen und politischen Problemen in den jeweiligen Ländern und Regionen ebenso auseinanderzusetzen wie mit mystischen und spirituellen Phänomenen.“ (Martin Laurentius, Jazz thing)
Wann
So 15.03., 19:00
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)
Rezension der CD „Djudjon“ (Badische Zeitung)
Seit zwanzig Jahren hat sich der Malier Bassekou Kouyaté als Erneuerer der westafrikanischen Spießlaute Ngoni hervorgetan. Für das ruppige Instrument hat er eine weltweit verständliche, groovig-rockige Sprache gefunden, und als Gegenpart in seiner Band agierte stets seine charismatische Gattin Amy Sacko mit seelenvoll-rauen Vocals. Eine neue CD stellt nun die traditionellere Gangart des Paares ins Zentrum: Das Griot-Erbe wird auf „Djudjon“ in einer familiären Session aus dem Wohnzimmer im Hause Kouyaté eingefangen. Das gibt zum einen dem Ngoni mehr Spielraum, seine bluesigen Soloqualitäten auszuspielen („Batou“) und zur Quelle seines Sounds zurückzukehren, nur minimal von Basslaute und Perkussion begleitet. Zum anderen kann Amy Sacko ihre Gesangswucht noch pointierter zur Geltung kommen zu lassen („Djeitmba“, „Djonkolon“), oder auch mal in erdige Tiefen absinken („Ndjaro“). Ihre teils fast rezitativen Einlagen sind von erschütternder Direktheit, berufen sich auf alte Texte in den Sprachen Bambara und Peul, erzählen von den alten Königreichen des Sahel.