Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
Der Film entstand in einer Zeit, in der das Wort „schwul“ nur als Beleidigung bekannt war. Von Praunheim setzte es trotzig insgesamt 90 Mal im Film ein und beginnt damit eine selbstbewusste Aneignung des Begriffs in der Szene. Der deklamatorische Ton über den stumm gedrehten Bildern schwuler Klischee-Szenen provozierte die, die nichts davon hören wollten, und die, die unter dem Begriff litten, gleichermaßen. Der Film kritisierte vor allem die eigene Szene, der Praunheim selbstverschuldete Unsichtbarkeit vorwarf. Aus der Dynamik um die durch den Film entstandene Sichtbarkeit entwickelte sich die moderne deutsche Schwulenbewegung. Ein seltenes Beispiel für einen Film mit direkter gesellschaftspolitischer Wirkung.
Rosa von Praunheim
Regie
Rosa von Praunheim
Mit
Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Manfred Salzgeber
Land, Jahr | Fassung | Länge
BRD 1971 | OV | 67 Min.
Wann
Mi 08.04., 19:30
Sa 11.04., 21:30
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)