IRRE – DIE FREIBURGER HILFSGEMEINSCHAFT

Ein Film von Reinhild Dettmer-Finke

Feminists Insha’allah - La Révolution des Femmes | Feriel Ben Mahmoud | 2015

Was ist »irre«? Was ist »normal«? Die Langzeitdokumentation von Reinhild Dettmer-Finke (Regie) und Ingo Behring (Kamera) gibt eindrucksvolle Einblicke in den Lebensalltag und das Welterleben von Menschen mit psychischer Erkrankung.

In einer Altbauetage mitten in Freiburg treffen sich regelmäßig Menschen zum Austausch beim »Mittagstisch« und im »Club 55« der Freiburger Hilfsgemeinschaft, der zweitältesten Einrichtung für psychisch Erkrankte in Deutschland. Die meisten Besucher*innen waren jahrzehntelang immer wieder in der Psychiatrie. In beeindruckender Offenheit sprechen sie von den dort gemachten Erfahrungen, vom Leben mit einer psychischen Erkrankung, ihrem Alltag und von ihrer häufig prekären Lebenssituation.

Viele wurden in jungen Jahren aus der Bahn geworfen, sind dann von der Bildfläche verschwunden und brauchten manchmal Jahre, um sich wieder aufzurappeln.

In den Räumen der Freiburger Hilfsgemeinschaft, einer im Oktober 1970 von engagierten Bürger*innen und Studierenden gegründeten Begegnungsstätte, zwischen psychisch »kranken« und psychisch »gesunden« Freiburger Bürger*innen, um Inklusion zu leben, finden sie »Heimat« oder eine »Ersatzfamilie«, wie sie sagen. Heute bietet die FHG, neben Mittagstreff und Zuverdienstbereich, ambulant betreutes Wohnen und ein Clubprogramm auch für junge Menschen.

IRRE stellt auf einfühlsame Weise psychisch Erkrankte aus unserer Mitte vor. Betroffene erzählen, wie ihre Krankheit plötzlich in ihr Leben tritt. Wie alles aus den Fugen gerät, wie ihre Mitmenschen reagieren und sich Gewohnheiten, Lebenseinstellungen, Ziele verändern.

Welche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe gibt es heute für Menschen mit psychischer Erkrankung? Wie sind ihre Chancen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt? Macht unsere Gesellschaft psychisch krank?

Der Film wurde überwiegend mit einer dokumentarisch beobachtenden Kamera nah an den Protagonist*innen gedreht.

Der Film soll helfen, Menschen mit psychiatrischer Diagnose und ihre Erkrankung zu verstehen, und zu ihrer Entstigmatisierung beitragen. Er möchte dem breiten Publikum zeigen, dass es durchaus menschlich ist »irre« zu sein.

 

In Kooperation mit:

     

 

Regie
Reinhild Dettmer-Finke

Schnitt
Mike Schlömer

Land, Jahr | Fassung | Länge

Deutschland 2020 | DF | 85 Min.

Genre
Dokumentarfilm

Wann
So 18.10. 17:00
Mo 19.10. 19:00

Wo
FORUM Merzhausen
Dorfstraße 1
79249 Merzhausen

Eintritt
8,00 € / 5,00 € (ermäßigt)