Franz K.
Agnieszka Hollands Biopic FRANZ K. geht für Polen ins Oscar-Rennen: Das Drama über Leben und Werk eines der bedeutendsten Literaten weltweit wurde von Polen bei der Academy für eine Nominierung in der Kategorie „Bester Internationaler Film“ eingereicht. Franz Kafka ist seit jeher ein Faszinosum für Agnieszka Holland, die bereits 1981 seinen Prozess für das polnische Fernsehen adaptierte. Gemeinsam mit ihrem bewährten Co-Autor Marek Epstein (Charlatan) widmet sie ihm nun ein Biopic, das sich bewusst allen klassischen Genregrenzen entzieht.
Prag, Anfang des 20. Jahrhunderts: Kafka ist hin- und hergerissen zwischen der Autorität seines fordernden Vaters, der Routine im Versicherungsbüro und seiner Sehnsucht nach künstlerischer Entfaltung. Er erlebt Momente großer Komik und leiser Ironie, etwa wenn seine wortreich verfasste Depesche an seine Geliebte Milena von einer sparsamen Schalterbeamtin auf „Kann nicht kommen“ reduziert wird. Andere Szenen, wie der Streit mit einem Bettler oder die surreale Darstellung von Bürokratie, spiegeln Kafkas Prinzipientreue und die Absurditäten seiner Zeit wider.
Der Film vereint Biopic-Elemente, Visualisierungen aus Kafkas Werk (In der Strafkolonie), historische Rückblicke auf Kindheit, Jugend und die Rolle des Vaters, sowie kurze Einblicke in das Schicksal seiner Familie und seines Freundes Max Brod während der Nazizeit. Fantasievolle Sequenzen, wie die Paternosterfahrt zu Kafkas Arbeitsplatz, und poetische Surrealismen verschränken Realität und Literatur auf beeindruckende Weise. Holland und Epstein zeigen einen Schriftsteller, der keinen seiner Romane vollendete, und spiegeln dies in der erzählerischen Freiheit und Unfertigkeit des Films wider.
Mit FRANZ K. gelingt Agnieszka Holland ein ebenso berührendes wie skurriles Porträt eines der faszinierendsten Denker der Moderne. Sinnlich-surrealistische Bilder machen Kafka als Menschen greifbar, zeigen die Monotonie seines Alltags ebenso wie die Vielschichtigkeit seines Wesens und seiner Zeit. Ein Film, der Kafkas Leben und Werk in all seinen Widersprüchen
cinéPolska
Regie
Agnieszka Holland
Land, Jahr | Fassung | Länge
Polen, Tschechien, Deutschland 2025 | OmU | 127 Min.
Wann
So 08.02., 20:00, mit virtueller Einführung zum Film sowie in das Lebenswerk von Agnieska Holland von Tomasz Raczek, einem der renommiertesten polnischen Filmkritiker
Deutsch eingesprochen von Joanna Kupczyk-Merz
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)