Filmen nach Auschwitz
Zum 40. Jahrestag des Films und zum 100. Geburtstag von Claude Lanzmann
SHOAH (in voller Länge)
Zwölf Jahre lang arbeitete der Filmemacher Claude Lanzmann (1925–2018) an seinem monumentalen Werk über den Holocaust. Der Film erzählt von der Vernichtung von sechs Millionen europäischen Jüdinnen und Juden während des Zweiten Weltkriegs und machte die hebräische Bezeichnung Shoah allgemein bekannt.
Lanzmann nutzte kein historisches Filmmaterial, sondern besuchte Orte, an denen die Verbrechen stattfanden, und führte Interviews mit Überlebenden, Zeug*innen und Tätern aus 14 Ländern, um die Ereignisse zu nachzuzeichnen. Der Film entstand aus Lanzmanns Befürchtung heraus, dass der Völkermord, der nur 40 Jahre zuvor begangen worden war, bereits aus dem Gedächtnis verschwunden sein und die Gräueltaten als Geschichte abgetan werden könnten. Als Meilenstein der Filmgeschichte – episch und intim, unmittelbar und unumstößlich zugleich – deckt der Film verborgene Wahrheiten auf, definierte das Dokumentarfilmschaffen neu und beeindruckt in seiner Radikalität bis heute.
Lanzmann hat keine offizielle Einteilung festlegt, der über neunstündige Film wird in seiner gesamten Länge im Kommunalen Kino präsentiert. Teil 1: 264 Min. | Vor dem Film kurze Einführungen von Klaus Theweleit und Torsten Liesegang. Pause von einer Stunde
Danach Teil 2: 282 Min.
In Kooperation mit dem Freiburger Bündnis gegen Antisemitismus
Wann
So 01.03., 11:00 (Teil 1), ab 16:30 (Teil 2) mit neuem Einlass
Wo
Galerie
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)
Film & Buchvorstellung
DER KARSKI-BERICHT
Der polnisch-katholische Widerstandskämpfer Jan Karski (1914–2000) diente der polnischen Exilregierung während des Zweiten Weltkrieges als Kurier. Er hielt den Kontakt zur „Heimatarmee“ im Untergrund und ließ sich 1942 ins Warschauer Getto einschleusen. Auch gelang es ihm, in ein Konzentrationslager bei Lublin vorzudringen. Sein Wissen um die Vernichtung der Juden teilte er in London britischen Regierungsvertretern mit. Die polnische Exilregierung in London schicke ihn weiter zu Präsidenten Franklin D. Roosevelt in Washington, damit er dort von der Lage der Juden in Polen berichten sollte.
Claude Lanzmann befragte ihn 1978 zwei Tage lang, verwendete aber nur einen Teil des Materials in Shoah (1985), worin Jan Karski sagt: „Ich habe berichtet, was ich sah.“ Das übrige Interview ist Gegenstand dieses Films. Karski beschreibt sein Zusammentreffen mit Roosevelt sowie mit Felix Frankfurter, Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und im jüdischen Leben engagiert. Beide reagierten auf seine Darstellung der Verbrechen in Europa sehr zurückhaltend.
Nach dem Film Vorstellung des neuen Buches von Klaus Theweleit „Filmen nach Auschwitz: Claude Lanzmann und Jean-Luc Godard (2025)“. Klaus Theweleit im Gespräch mit Neriman Bayram.
In Kooperation mit der Buchhandlung jos fritz
Wann
Mi 04.03., 19:00, Einführung: Klaus Theweleit
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)
ZIVA POSTEC: THE EDITOR BEHIND THE FILM SHOAH
Die Filmeditorin Ziva Postec hatte bereits mit Alain Resnais, Jean-Pierre Melville und Orson Welles zusammengearbeitet, als sie Claude Lanzmann begegnete. Von 1979 bis 1985 widmeten die beiden ihre Leidenschaft und Energie dem neunstündigen Dokumentarfilm SHOAH. Catherine Héberts scharfsinniges Portrait verknüpft den oft schwierigen Lebensweg Postecs mit der Arbeit an diesem Riesenprojekt – 350 Stunden Filmmaterial galt es zu montieren, was die Editorin an ihre physischen und emotionalen Grenzen brachte. Héberts Film liefert viele neue Erkenntnisse über Ziva Postecs entscheidenden Beitrag zu dem kühnen Filmprojekt und würdigt auf diese Weise eine bisher weitgehend unbekannte kreative Persönlichkeit, ohne die Lanzmanns Film über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden nicht möglich gewesen wäre.
In Kooperation mit dem Freiburger Bündnis gegen Antisemitismus. Gemeinsam mit dem Freiburger Bündnis möchten wir noch in diesem Frühjahr die Filmeditorin Ziva Postec zu einem Gespräch einladen.
Wann
Mi 11.03., 19:00
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)