Filme von Sergei Parajanov

 

Inspiriert von unserem Kulturaustausch und unserer Reise nach Armenien im März widmen wir Sergei Parajanov eine eigene Reihe. Da die Nachfrage nach SAJAT NOVA letztes Jahr überwältigend war, zeigen wir ihn erneut – und weiten den Blick: Das Freiburger Publikum hat die seltene Gelegenheit, weitere Filme im Kosmos dieses Ausnahmeregisseurs zu entdecken. Wir freuen uns sehr, in den nächsten Wochen vier seiner Meisterwerke zeigen zu können. SAJAT NOVA und ASHIK KERIB sind bis heute unvergleichlich, wild und barock, ein Strom von Bildern, mit Goldstaub überzogen.

„In the temple of cinema, there are images, light, and reality. Sergei Parajanov was the master of that temple.“ (Jean-Luc Godard)

In Zusammenarbeit mit dem Zwetajewa-Zentrum Freiburg e.V.

DIE FARBE DES GRANATAPFELS (SAJAT NOVA)

Inspiriert von den Lebensstationen des großen armenischen Volkssänger-Dichters gestaltete Parajanov eine lyrische Abfolge atemberaubender und farbenprächtiger Tableaux voller schillernder Symbole: eine kinematografische Fortführung der Miniaturenmalerei und der Ästhetik des frühen Kinos. Vor Parajanovs Film zeigen wir LE CHARMEUR (Frankreich 1906, 4 Min.) von Segundo de Chomón, ein Regie-Magier des frühen Films. Der Film ist ein funkelndes Juwel der Filmgeschichte – ein surrealer Tanz der Formen, der das Publikum damals wie heute in Staunen versetzt. 

Wann
Mi 01.07., 19:30

Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg

Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)

ARABESKEBI PIROSMANIS TEMAZE (ARABESKEN ZUM THEMA PIROSMANI)

Niko Pirosmanišvili (1862–1918) ist einer der größten naiven Maler und eine herausragende Künstlerpersönlichkeit Georgiens. Er erhielt keine künstlerische Ausbildung und lebte zeitlebens in Armut, hinterließ jedoch eine große Zahl faszinierender Bilder, in denen er Menschen und Milieu seiner Umwelt und Figuren der Phantasie darstellte. Parajanovs Dokumentarfilm erzählt nicht die Lebensgeschichte Pirosmanis, sondern evoziert seine Kunst und seine Epoche durch die poetische Montage von Elementen seines Werks.

AMBAVI SURAMIS TSIKHITSA (THE LEGEND OF SURAM FORTRESS)

Fantastische Bilderwelten von Parajanovscher Extravaganz eröffnen sich in den streng kadrierten, dabei prunkvoll gestalteten Tableaus, mit denen Parajanov eine archaische georgische Legende erzählt: Um feindliche Überfälle abzuwehren, versuchen die Bewohner*innen einer entlegenen Bergregion eine Festung zu errichten. Einer Prophezeiung zufolge kann der Bau erst dann erfolgreich abgeschlossen werden, wenn ein junger Krieger sich lebend einmauern lässt. Der junge Surab meldet sich freiwillig. Parajanovs vorletzter Film – eine Reflexion über die Landschaft, ihre Bewohner und deren Verhältnis zu den Mächtigen – entstand in Georgien, nach 15-jährigem Berufsverbot.

Wann
Mi 08.07., 19:30

Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg

Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)

ASHIK KERIB

Parajanovs letzter Film basiert auf einer Versdichtung des russischen Romantikers Michail Lermontow und erzählt die Geschichte des muslimischen Wandersängers Kerib, der sich in die Tochter eines Kaufmanns verliebt. Dieser schickt den jungen Poeten erst einmal auf eine tausendtägige Reise, damit er sein Glück mache. Ein in der Gegend um Baku gedrehter, vielsprachiger, farbenprächtiger Bilderreigen wie aus 1001 Nacht, reich an Ornamenten, Metaphern und Symbolen, in sorgfältig gestalteten Bildkompositionen, voller Wärme und (Selbst-)Ironie. Der Film ist seinem Freund Andrei Tarkowski gewidmet.

Wann
Mi 22.07., 19:30

Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg

Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)