ERÖFFNUNG MIT MUSIK UND STUMMFILM: ZARE
ERÖFFNUNG mit LIVE-MUSIK, KURZFILM UND STUMMFILM
Zur feierlichen Eröffnung des ersten Kurdischen Filmfestivals spielt der kurdische Musiker Hozan Axîn die traditionelle Saz begleitet von Gesang. Anschließend zeigen wir den preisgekrönten Kurzfilm DANCING AMID FIRE, RISING ABOVE RUINS der kurdisch-iranischen Regisseurin Essmat Sophie, der sich mit den Themen Trauma, Krieg und weiblichem Widerstand befasst. Den Hauptfilm des Abends bildet der Stummfilm ZARE, der 1926 unter der Regie des armenischen Filmpioniers Hamo Beknasarjan entstand und live von Barbara Lenz am Klavier begleitet wird. Der Film gilt als einer der ersten Filme überhaupt, die das Leben kurdischer Menschen darstellen. Im Zentrum der Handlung steht die dramatische Liebesgeschichte zwischen der jungen Zare und dem Hirten Seydo, die auf den Hängen des Berges Alagjas um ihr gemeinsames Glück kämpfen. Dabei gerät das Paar ungewollt in die gefährlichen Machtspiele eines lokalen Stammesführers und der zaristischen Behörden.
AUFTRITT: HOZAN AXÎN
Hozan Axîn ist ein zeitgenössischer kurdischer Sänger und Songwriter, der die reiche Musikkultur seiner Herkunftsregion mit modernen musikalischen Ausdrucksformen verbindet. Er versteht sich als Vermittler von gesellschaftlichen und historischen Themen, welche die vielfältige Geschichte und das kulturelle Selbstverständnis der Menschen in den kurdischen Regionen prägen. Mit seinen Songs setzt er sich mit der Verbundenheit zur Heimat, den Erfahrungen in der Diaspora und dem unermüdlichen Streben nach Selbstbestimmung ein. Stilistisch bewegt er sich zwischen melancholischen Balladen und rhythmischen Titeln, die oft Elemente des Govend (traditioneller kurdischer Tanz) oder Einflüsse des traditionellen Dengbêj-Erzählgesangs aufgreifen.
ZARE
Der Film ԶԱՐԵ / ZARE, der Ende 1926 produziert wurde, war der zweite armenische Stummfilm überhaupt. Genau wie der erste, NAMUS, wurde er von dem Kinopionier Hamo Beknazarian (1891-1965) geschrieben und inszeniert. Der Film, eine Mischung aus Thriller und Melodram, spielt im Jahr 1915 an den Hängen des Berges Alagyaz und erzählt die Geschichte eines kurdischen Mädchens namens Zare und ihres Geliebten Saydo, die unfreiwillig in die Machenschaften des Stammesführers Timurbek mit den zaristischen Behörden verwickelt werden. Der Film gilt auch als einer der ersten Filme, der das Leben kurdischer und jesidischer Menschen darstellt.
Davor Kurzfilm:
DANCING AMID FIRE, RISING ABOVE RUINS
Erzählt wird die bewegende Geschichte von Tara, einem kurdisch-iranischen Mädchen. Zu Neujahr erhält sie ein Paar geliebte rote Schuhe. Dieses verliert sie jedoch am folgenden Morgen, als Bomben einschlagen und ihre Familie in Schutzräume fliehen muss. Jahre später lebt Tara mit ihrer Tochter in Norwegen. Im Jahr 2022 singt sie dort aus Solidarität mit der iranischen Frauenbewegung vor dem Parlament das Lied Frau, Leben, Freiheit. Als ihre Tochter kurz darauf in einem Geschäft exakt die gleichen roten Schuhe aussucht, die Tara einst verlor, schließt sich der Kreis aus Flucht, Erinnerung und dem tiefen Wunsch nach Freiheit. Für diese filmische Leistung wurde das Werk im Jahr 2024 bei den Cannes Film Awards in der Kategorie Best Director of Animation sowie beim Female Eye Film Festival ausgezeichnet.
Norwegen 2023, 6 Min. OmeU, Regie: Essmat Sophie
Kurdische Perspektiven
Regie
Hamo Beknasarjan
Land, Jahr | Länge
UdSSR 1927 | 72 Min.
Wann
Fr 02.10., ab 18:00, mit dem kurdischen Musiker Hozan Axîn, im Anschluss Stummfilm mit Live-Musik, am Klavier: Barbara Lenz
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
10,00 € (normal) / 7,00 € (ermäßigt)