Kurzfilmprogramm
Dieses Programm vereint eindrücklich Stimmen, die von Flucht, gesellschaftlichem Wandel und dem Kampf um Freiheit im Nahen Osten erzählen. Im Zentrum stehen persönliche und kollektive Traumata, die durch die Linse von Filmemacher*innen aus verschiedenen Ländern der Region beleuchtet werden. Die kurdisch-iranischen Regisseur*innen Farya Younesi und Essmat Sophie richten den Blick auf die verheerenden Folgen staatlicher Repression und die unbändige Kraft des Protests nach der „Frau, Leben, Freiheit“-Revolution. Der renommierte irakisch-kurdische Künstler Hiwa K verknüpft in seinen zwei Beiträgen (THIS LEMON TASTES OF APPLES und PRE-IMAGE) die jüngere Geschichte der Autonome Region Kurdistan mit seiner eigenen Fluchterfahrung nach Europa. Die Regisseurin Rojda Ezgi Oral (XWEMALÎ) ergänzt das Programm um eine feinfühlige Coming-of-Age-Geschichte aus der Türkei der 1980er-Jahre.
DANCING AMID FIRE, RISING ABOVE RUINS
Der animierte Kurzfilm DANCING AMID FIRE, RISING ABOVE RUINS von erzählt die Geschichte einer kurdischen Exilantin, die ihre traumatischen Erinnerungen an politische Gewalt und den feministischen Widerstand im Iran verarbeitet.
Norwegen 2023, OmeU, 6 Min., Regie: Essmat Sophie
SOUND RISE
Der Kurzfilm erzählt die Geschichte zweier Opfer der Revolution „Frau, Leben, Freiheit“: Für einen Protestsong verhaftet, gefoltert und misshandelt, fliehen sie nach ihrer Freilassung aus dem Iran – und nehmen den Song im Exil auf.
Irak 2023, OmeU, 28 Min., Regie: Ferya Younesi
THIS LEMON TASTES OF APPLES
Als Saddam Husseins Truppen 1988 Giftgas über Halabja und andere kurdische Siedlungen abwarfen, roch es nach Apfel. Dieser Geruch ist seitdem fest im kollektiven Gedächtnis des Landes verankert. Während der Demonstrationen 2011 wurde die kurdische Bevölkerung mit Tränengas angegriffen, eingesetzt von ihrer eigenen Regierung. Um die Auswirkungen des Gases zu lindern, nutzten die Demonstrant*innen Zitronen als sofort wirksames Entgiftungsmittel. Die Gerüche verbinden die beiden Enden einer 23 Jahre langen Geschichte.
Deutschland 2011, Originalfassung ohne UT, 14 Min., Regie: Hiwa K
PRE-IMAGE (BLIND AS THE MOTHER TONGUE)
„Um sich zu erinnern, braucht man manchmal andere archäologische Werkzeuge“, sagt Hiwa K aus dem Off. Im Video sieht man den Künstler, wie er über Felder, Brachland und Anwesen wandert – von der Türkei nach Athen und weiter nach Rom. Es ist ein Weg, der seine eigene Reise widerspiegelt, als er aus dem irakischen Kurdistan floh und zu Fuß nach Europa gelangte.
Deutschland 2017, OmU, 18 Min., Regie: Hiwa K
XWEMALÎ
Im Mardin der 1980er Jahre versucht der 11-jährige Gabriel unter dem Blick von strengen Lehrer*innen, seinen eigenen Platz in der Welt zu finden. Seine Freundschaften zur Kurdin Ferida und zum Araber Ilyas begleiten ihn auf seinem Weg.
Türkei 2024, OmeU, 15 Min., Regie: Rojda Ezgi Oral
DIRTY SHOES
Ein junger Künstler ist auf dem Weg zu einem Auftritt, als sein Schuh kaputt geht. Er braucht schnell Ersatz und wird bei einem Straßenverkäufer fündig, doch als er das neue Paar anzieht, entdeckt er darin eine erschreckende Nachricht. „Dieser Film ist für mich nicht nur eine Erzählung, sondern der Versuch, daran zu erinnern, dass gesellschaftlicher Wandel dort beginnt, wo wir verborgenes Leid erkennen und uns weigern, ihm gleichgültig gegenüberzustehen“, sagt Regisseur Sina Mohammadi.
Iran 2025, 11 Min., OmeU, Regie: Sina Mohammadi
Kurdische Perspektiven
Wann
So 04.10., 17:30, zu Gast: Ferya Younesi
Wo
Kinosaal
Kommunales Kino Freiburg
Urachstraße 40
79102 Freiburg
Eintritt
8,00 € (normal) / 7,00 € (5er Karte) / 5,00 € (ermäßigt)