ciné club | Oktober 2014

LA TRANCHÉE DES ESPOIRS - Feindliche Waffenbrüder

Regie: Jean-Louis Lorenzi | Buch: Jean-Louis Lorenzi & Thierry Bourcy
Frankreich 2003 | OF & DF | 106 Min.
Gegen Ende des Ersten Weltkriegs fliegt plötzlich ein Fußball in den französischen Schützengraben - ist das die deutsche Aufforderung zum Waffenstillstand? Doch der unnachgiebige Leutnant Saint-Jean will seine Stellung nicht aufgeben. Als er seinen Männern befiehlt, ein minenverseuchtes Waldstück auszukundschaften, treffen die zwar keine gegnerischen Soldaten, aber auf einem verlassenen Gut hält ihnen plötzlich die schöne Bäuerin Sylvaine ihre Flinte vor die Nase...
An einem aufgegebenen Abschnitt der Front stehen sich auf beiden Seiten nur noch wenige Soldaten gegenüber. Bereits vier Jahre dauern die blutigen Gefechte und die Männer sind kriegsmüde. Aber der Leutnant Saint-Jean hat nur eins im Kopf: die Stellung im fast leeren Schützengraben zu halten. Nur noch fünf Männer verteidigen die französische Linie, ihre Telefonverbindung ist abgebrochen und Trinkwasser rar. Ausgehungert nach einem Leben in Freiheit und Frieden halten die Männer an dem Traum einer verheißungsvollen Zukunft fest. Das Kriegsende naht, und mit einem Augenzwinkern zeichnet Regisseur Jean-Louis Lorenzi die grotesken Situationen des Krieges - an die Absurdität des Tötens gewöhnt, laufen die unbewaffneten, da splitternackten Gegner mit einem lauten Angstschrei voreinander weg, als sie sich beim Baden im Fluss begegnen. Mit seiner teilweise auch packenden Komik zelebriert der Film vor allem eins: die Hoffnung auf Versöhnung und eine nicht allzu ferne Verbrüderung der Männer, die das Schicksal zu Feinden gemacht hat.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit Centre Culturel Français Freiburg (CCFF) und Deutsch-Französischem Gymnasium Freiburg (DFG), Im Rahmen von Tout Mulhouse Lit (11. – 19. Oktober 2014). In Anwesenheit von Thierry Bourcy (Drehbuch).