Zum Tag des Flüchtlings. Bundesweiter Aktionstag | September 2014

ABOUNA - DER VATER

Regie: Mahamet-Saleh Haroun | mit Ahidjo Mahamat Moussa, Hamza Moctar Aguid, Zara Haroun
Tschad/Frankreich 2002 | OmU | 85 Min.
Der Regisseur Mahamet Saleh Haroun aus Tschad gilt seit Bye Bye Africa (1999) als einer der großen Erneuerer des afrikanischen Kinos. Der Ausgangspunkt der Handlung in Abouna ist ein weitverbreitetes Phänomen im Tschad: dass Männer ihre Familien plötzlich spurlos verlassen, meist um irgendwo im Ausland Arbeit zu suchen. In diesem Film stehen die Gefühle der Zurückgebliebenen im Mittelpunkt: Der 17-jährige Tahir und sein jüngerer Bruder Amin leben am Rande von Ndjamena, der Hauptstadt des Tschad. Eines Tages verschwindet ihr Vater auf geheimnisvolle Weise und kehrt nicht mehr zurück. Die Brüder durchsuchen die ganze Stadt, finden von ihm jedoch keine Spur. Doch eines Abends im Kino glauben sie, in einer kurzen Szene sein Gesicht auf der Leinwand wiederzuerkennen. Spontan beschließen Tahir und Amin, am nächsten Tag die Filmrolle aus dem Kino zu klauen. Mit einer anrührenden Geschichte erzählt ABOUNA vom Alltag im Tschad, einem der ärmsten Länder der Erde, von seinen weiten Horizonten, von der Sehnsucht nach dem Meer, von Glück und Trauer, vom Leben ohne Vater, von einer sehr kurzen Kindheit und von der innigen Beziehung zweier Geschwister. Zum künstlerischen Erfolg von ABOUNA tragen die schauspielerischen Leistungen der beiden jugendlichen Hauptdarsteller ebenso bei wie der melancholisch schöne Soundtrack des bekannten Musikers Ali Farka Touré.