kino avantgarde | Mai 2014

JONAS MEKAS FILMABEND

Scenes from the Life of Andy Warhol - A Visit to Hans Richter - Zefiro Torna

Regie: Jonas Mekas
USA 1990 - 2003 | OF | 82 Min.
Jonas Mekas, litauischer Filmregisseur, Pate des amerikanischen Avantgardekinos, oder eher »ein filmender Musiker, ein filmender Tänzer« wie ihn ›Die Zeit‹ unlängst charakterisierte?
Er selbst hat seine Arbeit mit der eines Free-Jazz-Saxofonisten wie Ornette Coleman verglichen, der sein Instrument quasi blind beherrscht, wenn die Finger genau wissen, was sie tun, wenn sie »kopflos« auf dem Tastenwerk der Seele spielen und fremde, vertraute innere Strukturen und Bilder wiedergeben.
Jonas Mekas: Einer der wichtigsten und einflussreichsten Aktivisten des unabhängigen Kinos und Films. – Wir freuen uns, nach längerer Pause wieder ein Programm mit drei sehr persönlichen Filmen dieses außergewöhnlichen Künstlers im Kinosaal zeigen zu können.

A VISIT TO HANS RICHTER
Neun Minuten Film: Eine Zusammenstellung aller Auftritte von Hans Richter in den Filmen Jonas Mekas'. Entstanden ist ein neuer Film, der ein einzigartiges Zeitdokument darstellt, dabei nicht nur Hans Richter erfasst, sondern ihn eingebettet in sein Umfeld zeigt.

SCENES FROM THE LIFE OF ANDY WARHOL
›Es kommt alles zurück jetzt … in flüchtigen Eindrücken‹, schreibt Jonas Mekas in dieser Auswahl von Filmtagebüchern, die Warhols tägliches Leben und Arbeiten einfangen. Zu sehen/hören sind Auftritte von Velvet Underground, Warhol bei der Vorbereitung von Portrait-Aufträgen in der Factory und eine Tonaufnahme von Warhols Trauerfeier im Jahr 1987.

ZEFIRO TORNA OR SCENES FROM THE LIFE OF GEORGE MACIUNAS
Jonas Mekas liest aus seinem Tagebuch: von Treffen mit seinem Freund George Maciunas, ebenfalls litauischer Emigrant, in einer Zeit, in der sich Maciunas' Gesundheit rapide verschlechterte. Die dazu geschnittenen Bilder zeigen jedoch selten Maciunas' Krankheit, sondern eher seine Vitalität und seinen Humor auf Fluxus-Veranstaltungen und Performances. Mekas spricht von Maciunas' Lieblingskomponisten, Monteverdi, und am Ende des Films macht seine Stimme dessen Madrigal »Zefiro Torna« Platz. Währenddessen sieht man Maciunas zum ersten und einzigen Mal im Krankenhausbett, lächelnd.