Der Erste Weltkrieg im Film - Eine Auseinandersetzung mit Heldendiskursen: Helden - Heroisierungen - Heroismen | Mai 2014 bis Juli 2014

Begleitprogramm zur Deutsch-Französischen Wanderausstellung: Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein

Das Centre Culturel Français Freiburg, das Kommunale Kino Freiburg, das
Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg, der Sonderforschungsbereich 948 „Helden–Heroisierungen–Heroismen“, das Medienzentrum der Universitätsbibliothek Freiburg sowie der aka filmclub an der Universität Freiburg präsentieren gemeinsam die Filmreihe „Der Erste Weltkrieg im Film“.
Im großen Spektrum der gezeigten Filme, von den Kriegsjahren bis heute, spiegelt sich auch die Vielfalt wider, mit der das Kino zu Kriegsheldentum und Heldenrhetorik Position bezogen hat.
Der Erste Weltkrieg hat tradierte Heldenvorstellungen herausgefordert. Für die Mehrzahl der Soldaten stand die Wirklichkeit der Kriegsschauplätze in Widerspruch zu den Bildern von Heldentum, mit denen sie sozialisiert worden waren:
Statt heroischer Einzelaktionen erfuhren sie das zermürbende Ausharren in den Schützengräben und starben, oft ohne Möglichkeit zur Gegenwehr, im Geschosshagel, durch Minenexplosionen oder bei Gasangriffen. Derartige Umstände verlangten nach Definitionen des Heroischen, die sich über das schiere Aushalten des Krieges, den selbstlosen Einsatz für Kameraden und die grundsätzliche
Todesbereitschaft bestimmten.
Das Medium Film hat das Bildgedächtnis des Ersten Weltkriegs wesentlich mitbestimmt und dazu beigetragen, dass seine Erinnerung über ein Jahrhundert wach gehalten wurde. In den Filmen über den ‚Großen Krieg‘ zeigt sich aber auch das ganze ideologische Spektrum seiner In terpretation: von Propagandafilmen, ‚realistischen‘ Dokumentarfilmen und patriotischen Spielfilmen der Kriegsjahre
bis zu den meist kritischen Filmen der Zwischenkriegszeit und den vielen Filmen, die auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch über den Ersten gemacht wurden.
Die Reihe „Der Erste Weltkrieg im Film“ zeigt Klassiker ebenso wie weniger bekannte Beispiele des Dokumentar- und Spielfilms. Sie belegen, wie nachhaltig sich der Erste Weltkrieg in das kollektive Gedächtnis der beteiligten Nationen eingeschrieben hat. Mit ihrer unterschiedlichen kulturellen Herkunft illustrieren die Filme vor allem aber die Vielfalt der Deutungsmöglichkeiten, die der Erste Weltkrieg als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ (George F. Kennan) bis heute provoziert.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Freiburg und das Regierungspräsidium Freiburg.

BEI UNSEREN HELDEN AN DER SOMME

| D 1917
Dieser vom staatlichen Bild-und Filmamt (BUFA) produzierte dreiaktige Propagandafilm thematisiert die Kämpfe zwischen britisch-französischen und deutschen Truppen von Juli bis November 1916 an der Somme, in einer der verlustreichsten Schlachten des Ersten ... mehr >>>

MAUDITE SOIT LA GUERRE - Krieg dem Kriege - Doppelprogramm mit Einführung

Regie: Alfred Machin | Belgien Mai 1914
MAUDITE SOIT LA GUERRE ist der erste Spielfilm über kriegerische Ereignisse mit pazifistischer Stoßrichtung, der 1914 unter dem Titel «Krieg dem Kriege» die deutsche Zensur passierte. Hergestellt und produziert in Belgien im Frühjahr 1914, fertig ... mehr >>>

J'ACCUSE - ICH KLAGE AN (Teil I & Teil II)

Regie: Abel Gance | Frankreich 1919
J'ACCUSE (Ich klage an) erzählt eine Geschichte aus dem 1. Weltkrieg und ist nicht nur einer der technisch innovativsten und aufwändigsten Filme seiner Zeit, sondern ist auch als eines der ersten pazifistischen Werke in die Filmgeschichte eingegangen. Abel ... mehr >>>

WESTFRONT 1918 - Vier von der Infanterie

Regie: G. W. Pabst | Deutschland 1930
G.W. Pabsts Antikriegsfilm-Klassiker erzählt die Geschichte vierer deutscher Soldaten an der französischen Front im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs. Der Bayer betrachtet den Krieg in erster Linie als Abenteuer. Der Student erlebt mit der Französin ... mehr >>>

UNTERNEHMEN MICHAEL

Regie: Karl Ritter | Deutschland 1936/37
Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg nahm in der Ideologie und Praxis des Nationalsozialismus eine herausragende Rolle ein. Der millionenfache Tod auf den Schlachtfeldern wurde umgedeutet in einen Ausdruck von soldatischer Opferbereitschaft und Heroismus. ... mehr >>>

Lettow-Vorbeck - Der Deutsch-Ostafrikanische Imperativ

Regie: Christian Doermer | Deutschland 1985
Eines der wenigen erhaltenen Filmdokumente aus deutschem Kolonialgebiet zeigt den Kampf der »Schutztruppe« in Ostafrika von 1914 bis 1916, ein Kampf, der in einem der ersten nationalsozialistischen Propagandafilme, Herbert Selpins Die Reiter von ... mehr >>>

Vortrag: »WAHRLICH IM FELDE UNBESIEGT«: DIE LEGENDE EINES KRIEGERS - von Prof. Wolfgang Struck


CAPITAINE CONAN - Hauptmann Conan und die Wölfe des Krieges

Regie: Bertrand Tavernier | Frankreich 1996
Kriegsfilm von Bertrand Tavernier.September 1918: In der letzten Schlacht vor der Kapitulation Bulgariens wird das Sokol-Massiv von den Alliierten erobert. Hauptmann Conan und seine fünfzig wilden Kampfgefährten, zumeist aus Militärgefängnissen ... mehr >>>

MIT DER KAMERA IN DER SCHLACHTFRONT - WITH THE GREEKS IN THE FIRING LINE

Regie: Robert Isidor Schwobthaler | D / GB / F 1913
Stummfilmvorführung mit Livemusik: Silent Movie Music Company | Restaurierte Fassung einer eingefärbten 35mm-Nitrokopie mit freundlicher Genehmigung durch das UCLA Festival of Preservation, Los Angeles, CA | Auf Einladung der griechischen Regierung ... mehr >>>