Film des Monats: Caligari-Filmpreisträger 2012 | November 2012

TEPENIN ARDI

BEYOND THE HILL

Regie: Emin Alper | Buch: Emin Alper | Kamera: George Chiper-Lillemark | mit Tamer Levent, Reha Özcan, Mehmet Özgür, Berk Hakman, Furkan Berk Kiran, Banu Fotocan
Türkei / Griechenland 2012 | OmU | 94 Min.
Ein Sommertag. Der pensionierte Forstverwalter Faik bekommt Besuch auf dem Land. Sein Sohn Nusret besucht ihn mit den beiden Enkeln Caner und Zafer. Doch Sommerstimmung will nicht recht aufkommen. Faik hat Probleme mit Nomaden in der Gegend, er ist in ständiger Habt-Acht-Stellung. Zafer ist seit seinem Militärdienst psychisch angeschlagen. In der kleinen Gruppe, die noch durch die Familie von Mehmet und Meryem ergänzt wird, treffen nicht nur unterschiedliche Temperamente aufeinander, sondern auch soziale Schichten. Doch Konflikte werden vermieden. Schuld sind die anderen, die Nomaden. Und die bleiben ein unsichtbarer Gegner. Dass der Film als Parabel funktioniert, liegt nicht zuletzt an der grandiosen Westernlandschaft, in der er gedreht wurde. Ständig begrenzen Felswände den Horizont, der Bewegungsradius ist eingeschränkt, Bedrohung liegt in der Luft. Das erlaubt dem Film ein intelligentes Spiel mit Projektion und Halluzination. Die eigene dunkle Seite abzuspalten und im Anderen, »hinter dem Berg«, zu externalisieren, ist ein Versuch, die Gruppe (sei es eine Familie oder eine Nation) zusammenzuschweißen. Dramen werden dadurch aber nicht verhindert, sondern eher befördert.