Stummfilm | September 2012

DIE FRAU, NACH DER MAN SICH SEHNT

Regie: Kurt Bernhardt | Buch: Ladislaus Vajda, nach Motiven des Romans von Max Broda | Kamera: Curt Courant, Hans Scheib | mit Marlene Dietrich, Fritz Kortner, Uno Henning, Frida Richard, Oskar Sima u.a.
Deutschland 1929 | 80 Min.
Henri Leblanc, Nachkomme eines bankrotten Industriellenclans, soll eine reiche Erbin heiraten und so die familieneigene Fabrik retten. Auf der Hochzeitsreise begegnet Leblanc im Zug der mysteriösen Stascha, die durch das gemeinsame Wissen um ein Verbrechen an Dr. Karoff gebunden ist. Leblanc verfällt ihr, verlässt Hals über Kopf seine Frau und will mit Stascha fliehen. Karoff versucht, sie durch Drohungen daran zu hindern... – Marlene Dietrichs späterer Rollentypus in den Filmen Josef von Sternbergs hat hier bereits einen Vorläufer.
"Kurt Bernhardt schafft im Film Atmosphäre. Mit der Kamera tastet er eine trostlose Kleinstadtstraße ab, spürt er die trostlosen Ecken eines Kleinbürger-Cafés auf, in dessen Billardsaal ein Junge von der Frau träumt, nach der wir alle uns in einsamen Augenblicken gesehnt haben. Das bleibt romantischer Auftakt, zart verklingend. Und dieser Stil wird durchgehalten, auch in den realen Augenblicken des Kennenlernens im Schlafwagen, der Flucht von der soeben angetrauten Frau (wie schwierig ist das optisch zu gestalten - und wie taktvoll wird es gemacht)."
(Hans Held, in: Film-Kurier, 30.4.1929)