Psychoanalytikerinnen stellen Filme vor | Oktober 2011

DIE FREMDE

Regie: Feo Aladağ | Buch: Feo Aladağ
Deutschland 2008-10 | DF | 119 Min.
»Hör auf zu träumen!«, sagt die Mutter zu ihrer 25-jährigen Tochter Umay, als diese mit ihrem kleinen Sohn Cem in Berlin vor der Wohnung ihrer Eltern steht. Umay ist aus einem unglücklichen Eheleben in Istanbul ausgebrochen und will, zurück in Berlin, ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie weiß, dass sie ihren Eltern und Geschwistern damit viel zumutet, hofft aber, dass die liebevolle Verbundenheit stärker ist als alle gesellschaftlichen Zwänge.
Doch schon bald erkennt sie, dass ihre Familie die Konventionen nicht einfach über Bord werfen kann und an der Herausforderung zu zerbrechen droht. Als die Familie beschließt, Cem zu seinem Vater in die Türkei zurückzuschicken, um den Ruf der Familie wiederherzustellen, flieht Umay erneut und bricht alle Brücken hinter sich ab. Umay verliebt sich in Stipe und baut für Cem und sich ein neues Leben auf. Als sie versucht, sich wieder mit ihrer Familie zu versöhnen, erkennt sie nicht, dass es bereits zu spät dafür ist…
Feo Aladays Spielfilmdebüt geriet wegen der klischeehaften Darstellung des in den Medien jüngst beliebten Themas »Ehrenmord« in die Kritik.