9/11: Kooperation mit dem Carl-Schurz-Haus | September 2011

11'09''01 - SEPTEMBER 11

Regie: Youssef Chahine, Amos Gitai u.a.
div. 2002 | DF | 130 Min.
»Der 11. September 2001 war ein Ereignis, das vorzustellen wir uns nie gewagt hätten. In Echtzeit drangen die Bilder von der Katastrophe in all ihrer Gewalt in unsere Wohnungen. Mit einem Schlag wurde Trauer universell. Wie konnte man kein Mitgefühl empfinden, wenn das Fernsehen das Leiden jener, die dem Tod ins Auge sahen, gleichzeitig in alle Winkel der Welt ausstrahlte?
Um das weltumspannende Echo auf dieses Ereignis auf andere Art als durch diese entsetzlichen Bilder festzuhalten, wurde mir sehr bald klar, dass wir die Pflicht der Reflexion hatten. Diese Reflexion sollte nicht der Gegenwart verhaftet sein, sondern sich ausdrücklich der Zukunft zuwenden. Sie sollte in allen Ländern und Regionen verstanden und mitempfunden werden können. Eine Reflexion, die diese Bilder mit anderen Bildern beantwortete. So bat ich elf bekannte Regisseure und Regisseurinnen um einen Beitrag – einen Blick auf ihre eigene Kultur, ihre eigene Erinnerung, ihre eigenen Geschichten und ihre eigene Sprache. Die Vorgabe lautete: Ein Film, der elf Minuten, neun Sekunden und ein Bild – 11'09''01 – dauert und sich um die Ereignisse des 11. September und deren Folgen dreht. Diesem filmischen Mosaik liegt kein Konsens zugrunde. Zwangsläufig ist es voller Kontraste, so dass es möglicherweise Gefahr läuft, vom künstlerischen und ethischen Standard abzuweichen, dem sich jeder Regisseur verpflichtet fühlt.« (Alain Brigant, Produzent)