IN MEMORIAM UWE KÜNZEL | Juli 2018

Zeit seines Lebens (4.11.1954-17.05.2018) war Uwe Künzel Cineast und zuerst als Kinomacher, dann als Autor und Filmkritiker maßgebliches Element der Kinostadt Freiburg. Im Aufbau des Kommunalen Kinos, bis zum Einzug in den Alten Wiehrebahnhof, war er seit 1975 inhaltlich und impulsgebend an den Leitlinien unseres Programms beteiligt und in dieser Phase auch selbst Filmemacher. 1981 verfasste er das erste Buch zu Wim Wenders im legendären Freiburger Dreisam-Verlag. Als freier Journalist und Rezensent machte er sich seit den 1980er Jahren in der Region und in der deutschsprachigen Schweiz einen Namen. Schwer erkrankt lebte er seit vielen Jahren zurückgezogen aber zuversichtlich weiterhin im Herzen seiner Wahlheimat Freiburg, bis nun zu seinem friedlichen Tod. Wir wollen ihm mit einem Film seines frühen Lieblingsregisseurs an diesem Abend gedenken, als »eine poesievolle Liebeserklärung an das Leben, an die Sinnlichkeit und an die Begrenztheit des irdischen Daseins«.

DER HIMMEL ÜBER BERLIN

Regie: Wim Wenders
Deutschland, Frankreich 1987 | 127 Min.
Die Hauptfiguren des Films sind die (Schutz-)Engel Damiel und Cassiel, freundliche unsichtbare Wesen in langen Mänteln. Sie können in die Menschheitsgeschichte nicht eingreifen, aber die Gedanken der Sterblichen hören und versuchen, sie zu trösten. Damiel verliebt sich in die Trapezkünstlerin Marion und will ein Mensch werden, auch wenn er dafür seine Unsterblichkeit aufgeben muss. Peter Falk, der sich selbst als einen ehemaligen Engel spielt, hat den Absprung aus der Ewigkeit schon hinter sich und ermutigt Damiel zu diesem Schritt. Der Film ist aus der Perspektive der Engel erzählt. Sie sehen die Welt in Schwarzweiß. Erst als Damiel ein Mensch wird, eröffnen sich ihm die Farben …