RUSSLAND IM FOKUS | Juni 2018

DIE SANFTE

Krotkaya

Regie: Sergej Losniza | mit Lia Achedshakowa, Vasilina Makovtseva, Marina Kleshche
Frankreich/Deutschland/Litauen/Niederlande | OmU | 143 Min.
ab 12 Jahre
Eine Frau lebt alleine am Rande einer kleinen russischen Stadt. Ihr Mann ist im Gefängnis, regelmäßig schickt sie ihm Pakete. Als eines ihrer Päckchen zurückkommt, bemüht sie sich, den Grund dafür zu erfahren. Doch ihre Nachfragen bei den Behörden führen zu keinem Ergebnis. Schließlich macht sie sich auf einen langen Weg, um Klarheit zu gewinnen über das Schicksal ihres Mannes. Die Reise in die Gefängnisstadt am anderen Ende Russlands ist beschwerlich. Die Menschen, denen sie begegnet, scheinen von einer tiefgehenden Lethargie geprägt zu sein. Ihre Suche nach Antworten führt die Frau schließlich immer tiefer in einen Sumpf aus Ignoranz, Selbstsucht, Gewalt und Unmenschlichkeit, die sie stoisch erträgt. Wird sie Gerechtigkeit erfahren und ihren Mann wiedersehen? „Ein Roadmovie, bei dem man schnell merkt, man wird nicht wirklich von der Stelle kommen. (….) Kafkaesk, könnte man meinen, aber die Inspiration kommt von Dostojewski. Der magische Realismus, den Sergei Loznitsa in seinen Dokumentarfilmen entwickelte, prägt auch seine Spielfilme.“ (Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung) „Die Sanfte“ ist nun ganz von den künstlerischen Strategien geprägt, die Loznitsa sich als Dokumentarist erarbeitet hat, und erweitert diese zu einer großen, repräsentativen, eminent kritischen Erzählung über die „rodina“, die Heimat, diesen Sehnsuchtsbegriff, der gerade nach dem Zerfall des Staatssozialismus und den Enttäuschungen der Demokratie in Russland wieder so große Bedeutung hat.(FAZ)