Film des Monats | September 2011

IM REGEN DES SÜDENS - LLUVIA

LLUVIA

Regie: Paula Hernández | Kamera: Guillermo Neto | mit Valeria Bertuccelli, Ernesto Alterio u.a.
Argentinien 2008 | OmU | 110 Min.
An einem chaotischen Freitag in Buenos Aires begegnen sich Alma und Roberto im strömenden Regen. Mitten im Verkehrschaos öffnet sich die Tür von Almas Auto. Roberto steigt ein, verletzt und nass bis auf die Knochen. „Bitte schliess die Tür! Sobald das alles vorbei ist, steige ich wieder aus.“ Zwei Lebenswege, die sich überraschend kreuzen und doch eines gemeinsam haben: Beide wissen nicht wohin. Alma hat vor ein paar Tagen ihren Mann verlassen und dreht seitdem ziellos Runden mit dem Auto in der Stadt. Roberto ist nach 30 Jahren in Europa in sein Land zurückgekehrt, fühlt sich aber heimatlos in Buenos Aires. Im Regen, in dieser zufälligen Begegnung, fallen die Würfel, die ihr weiteres Leben bestimmen werden, überraschende Entwicklungen nicht ausgeschlossen.
Das neue argentinische Kino erzählt Geschichten mitten aus dem Leben. Da wird der Verkehrsstau zum atmosphärisch dichten Kammerspiel und die zögernde Annäherung zum Tanz im südlichen Regen. Alles ist wieder möglich. Die junge Regisseurin Paula Hernández gewann mit ihrem Film den Großen Preis beim Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Und die grandiosen Hauptdarsteller Valeria Bertuccelli und Ernesto Alterio spielen mit einer Intensität, die wirklich ans Herz greift.
„LLUVIA hat zu tun mit dem Bedürfnis, in einem bestimmten Moment gewisse Dinge neu zu überdenken und durch Momente von Absenzen, Einsamkeit und Verunsicherung zu gehen. Zwischen 30 und 40 fängt man an zu schauen, was man eigentlich (geworden) ist, was man mitbringt, was dein Eigenes ist und was weniger. Es geht ums Luftholen und gewisse Dinge mit anderen Augen sehen, sich wieder klarzuwerden, was man ist und was mein sein will“ (Die Regisseurin Paula Hernández)