Zum Internationalen Frauentag | März 2018

CAHIER AFRICAIN

Regie: Heidi Specogna
Schweiz/Deutschland 2016 | OmU | 119 Min.
Das Leben zweier Frauen inmitten der Kriegswirren in der Zentralafrikanischen Republik, über mehrere Jahre erzählt:
Am Anfang stand ein schmales Schulheft. Anstelle von Vokabeln füllten sich seine karierten Seiten mit den mutigen Zeugenaussagen von 300 zentralafrikanischen Frauen, Mädchen und Männern. Sie offenbaren, was ihnen im Oktober 2002 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen von kongolesischen Söldnern angetan worden war. Das Heft ist ihr selbst gefertigtes Beweisstück, um die an ihnen verübten Vergewaltigungen beim Internationalen Strafgerichtshof zur Anklage zu bringen.
Während Heidi Specogna die Funktionsweise von Den Haag bereits in CARTE BLANCHE (2011) beleuchtet hat, ist sie für CAHIER AFRICAIN bei ihren Protagonistinnen in der Zentralafrikanischen Republik geblieben, um sie über mehrere Jahre aus großer Nähe zu filmen: Amzine, eine junge Muslimin, die nach einer Vergewaltigung ihre Tochter Fane geboren hat, sowie Arlette, ein christliches Mädchen, dessen Knie von den Rebellen zerschossen wurde. Die Lebenssituation der Frauen verändert sich zwischen jedem Besuch von Specogna, womit der Film ein eindrückliches Zeugnis abliefert von der Unberechenbarkeit des Lebens in Kriegsgebieten. Immer wieder tauchen neue Milizen auf, christliche, islamische – ein neuer Krieg bricht aus. An der Seite der Protagonistinnen führt CAHIER AFRICAIN hinein in den Strudel von Gewalt und zeigt dabei auf, wie die Betroffenen nie aufgeben.
CAHIER AFRICAIN wurde mehrfach preisgekrönt.
Eine gemeinsame Veranstaltung von Kommunales Kino und AMICA e.V. Freiburg zum Internationalen Frauentag 2018.