ciné club | November 2017

FRANTZ

Frantz

Regie: François Ozon | Buch: basiert auf Ernst Lubitsch's Broken Lullaby | mit Pierre Niney, Paula Beer, Ernst Stötzner
Frankreich / Deutschland 2016 | OmU | 116 Min.
In "Frantz" erzählt François Ozon von einer deutsch-französischen Annäherung nach dem Ersten Weltkrieg. Ein filmisches Meisterwerk über die Kunst des Verzeihens - und die Kunst der Lüge. "Haben Sie keine Angst, uns glücklich zu machen." Das sagt der deutsche Vater, der im Krieg seinen Sohn verloren hat, dem ehemaligen französischen Soldaten, der im Krieg Deutsche getötet hat. Ein ungeheuerlicher Satz im Frühjahr 1919, als im Friedensvertrag von Versailles die Bedingungen für eine Neuordnung Europas ausgehandelt wurden, die von den meisten Deutschen als Demütigung empfunden wurden. Ein Franzose, der einen Deutschen glücklich machen soll? Unvorstellbar. Und doch erfüllt der junge Franzose dem alten Deutschen und dessen Frau einen Wunsch: Er spielt auf der Geige des toten Sohnes und erweckt ihn damit für einen kurzen Moment in der engen guten Stube des Elternhauses wieder zum Leben. So ein kleiner Raum, so viel Liebe darin. ( Christian Buß. Spiegel-Online)