Klassik der Moderne: Zum Jazzfestival Freiburg | September 2017

SPACE IS THE PLACE

Regie: John Coney | mit Sun Ra, Raymond Johnson, Christopher Brooks
USA 1974 | OmU | 81 Min.
Kalifornien in den Siebzigern: Der Musik-Prophet Sun Ra träumt von einer besseren Zukunft für die unterdrückte schwarze Bevölkerung der USA. Nachdem er einige Jahre durch Raum und Zeit gereist ist, kehrt Ra auf die Erde zurück. Seine Mission: Er will die schwarze Community retten, aber nicht etwa mit politischen Brandreden, sondern allein durch die Kraft der Musik, dem einzig wahren intergalaktischen Medium. Mit einem Raumschiff soll eine Gruppe Auserwählter den Planeten Erde verlassen, die im Wahn von Rassismus und Repression dem baldigen Untergang geweiht ist. An einer Ausfallstraße in Oakland eröffnet Ra eine Agentur für Zeitarbeit, um Jüngerinnen und Jünger für sein Projekt zu rekrutieren. Doch die NASA kommt Ras Raumfahrtprogramm auf die Schliche und zu allem Übel muss er gegen den mysteriösen Overseer ein Kartenduell ausfechten, bei dem gleich die Zukunft der gesamten schwarzen Menschheit auf dem Spiel steht.
Der avantgardistische Jazzkomponist und Jazzmusiker Sun Ra galt schon zu Lebzeiten als einer der umstrittensten Jazzmusiker. Er schrieb den Soundtrack zu dem Afrofuturismus-Science-Fiction Film SPACE IS THE PLACE und war auch am Drehbuch beteiligt. Der Film ist aber keine bloße avantgardistisch-künstlerische Spielerei. Er ist auch ein klarer Kommentar zur Situation der Afroamerikaner in den USA.

„In Deutschland war der Film überhaupt noch nie im Kino zu sehen… So gleicht diese späte Ausgrabung selbst fast schon einem intergalaktischen Wunder.“
(Filmdienst)