asian takes: Klassik der Moderne | Februar 2017

RASHOMON - Der Wald der Versuchung

RASHOMON

Regie: Akira Kurosawa | mit Mit Toshirô Mifune, Machiko Kyô
Japan 1952 | OF / Französische und Deutsche Untertitel | 88 Min.
Ein Räuber tötet im Wald einen Samurai. Die Frau des Ermordeten, der Räuber und ein Holzfäller erzählen vor Gericht den Tathergang. Doch jeder gibt eine andere Darstellung, selbst der Tote, der durch den Mund eines Mediums spricht, liefert eine neue Version … Jeder Tathergang wird damit zur möglichen Wahrheit. In jedem Ablauf verhalten sich die Figuren anders, zum Teil grundlegend anders. Gleichbleibend sind der Ort des Geschehens, eine kleine, lichte Stelle im Wald, und die drei Personen: ein stolzer Samurai, seine göttlich schöne Frau und der Bandit. Klar ist auch, dass der Samurai am Ende tot ist. Bleibt die Frage, wie es dazu kommen konnte.Rashomon, 1951 ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele Venedig und ein Jahr später mit dem Oscar für den Besten fremdsprachigen Film, war der bis dahin größte Erfolg der japanischen Filmkunst in den Ländern der westlichen Welt, weithin gerühmt als »eines der kraftvollsten und modernsten Meisterwerke der Filmgeschichte.« (Filmprogramm der Neuen Filmkunst, 1962) Das legendäre Meisterwerk in neuer Kopie und neuer Übersetzung (!) basiert auf zwei Erzählulngen des Dichters Akutagawa Ryunosuke. Die eine liefert die Rahmenhandlung unter dem titelgebenden Rashomon, dem Südtor des alten Kyoto, die andere das Mark von Kurosawas Filmhandlung.
(Walter Ruggle)


























Donnerstag, 3.11. 21:30 / Donnerstag, 10.11. 17:00
OF mit dt. und frz. Untertiteln

Rashomon
Akira KUROSAWA – Japan – 1951

Das legendäre Meisterwerk in neuer Kopie und neuer Übersetzung!

Zwei Erzählungen des Dichters Akutagawa Ryunosuke waren der Ausgangspunkt für RASHOMON, einen der besten Filme der gesamten Filmgeschichte. Die eine liefert die Rahmenhandlung unter dem titelgebenden Rashomon, dem Südtor des alten Kyoto, die andere das Mark von Kurosawas Filmhandlung. Sie berichtet von einem Todschlag auf der Wegstrecke von Sekiyama nach Yamashina, dem darauffolgenden Prozess gegen den Banditen Tajomaru (Toshiro Mifune) und der versuchten Verarbeitung des Geschehens durch einen Priester, einen zufälligen, Fragen stellenden Passanten und jenen Holzfäller, der den Tathergang mitverfolgt haben will. Die drei stellen fest, dass vor Gericht vier Aussagen gemacht wurden und dass sich diese in ganz wesentlichen Punkten voneinander unterscheiden, ja widersprechen. Wo also liegt die Wahrheit, sind doch alle Versionen in sich stimmig und glaubwürdig. Gibt es überhaupt so etwas wie eine «objektive», von allen teilbare Empfindung von Hergängen oder erleben wir alle ein Geschehen so, wie es uns unter den jeweiligen Umständen gerade am besten passt? Akira Kurosawa präsentiert dem Publikum, das er in die Rolle der Geschworenen versetzt, die einzelnen Schilderungen des Tathergangs, und zwar in Rückblenden, die die Vergangenheit eben in der Gegenwart der Erzählung aufleben lassen. Jeder Tathergang wird damit zur möglichen Wahrheit. In jedem Ablauf verhalten sich die Figuren anders, zum Teil grundlegend anders. Gleichbleibend sind der Ort des Geschehens, eine kleine, lichte Stelle im Wald, und die drei Personen: ein stolzer Samurai, seine göttlich schöne Frau und der Bandit. Klar ist auch, dass der Samurai am Ende tot ist. Bleibt die Frage, wie es dazu kommen konnte.
Walter Ruggle