STUMMFILM MIT MUSIKBEGLEITUNG | Juni 2011

SPUK IM SCHLOSS

THE CAT AND THE CANARY

Regie: Paul Leni | Buch: John Willard, Walter Anthony u.a. | Kamera: Gilbert Warrenton | mit Laura La Plante, Creighton Hale, Forrest Stanley u.a.
USA 1927 | engl. & dt. ZT | 82 Min.
In seinem Testament hat der alte Exzentriker Cyrus West festgelegt, dass sein großes Vermögen erst 20 Jahre nach seinem Tod an die Verwandtschaft verteilt werden darf. Kaum ist der Tag gekommen, treffen die erwartungsvollen Erben in seinem Schloss ein, um endlich das Erbe einheimsen zu können, doch zu ihrer großen Enttäuschung hat West seinen ganzen Reichtum der jungen Annabelle West vermacht - es sei denn, ihr könne nachgewiesen werden, sie sei verrückt. Schon geschehen die merkwürdigsten Begebenheiten auf Wests Anwesen, die selbst das stärkste Gemüt aus der Fassung bringen könnten. Als der Notar der Familie, Mr. Crosby, plötzlich mitten in der Bibliothek des Hauses verschwindet, ist dies nur der Anfang einer ganzen Reihe schauriger Ereignisse. Die nun folgende Nacht in Wests Anwesen überleben nicht alle der gierigen Gäste …
Dieser Prototyp des Horrorfilms schreitet seinem Höhepunkt im Innern eines angemessen zerfallenden Herrensitzes entgegen. Er wendet alle expressionistischen Verfahren an, um uns in einen heilsamen Angstzustand zu versetzen: durch dunkle Räume und Hallen, schwere Schatten, Geheimfächer, unsichtbare Gegner, wogende Vorhänge, eine ständig bewegte Kamera. Schauplatz und Dekor sind integrale Bestandteile der Geschichte und, was wichtiger ist, einer Stimmung, die uns ergreift, weil sie schattenhaft und unausgesprochen bleibt.