Psychoanalytiker stellen Filme vor | September 2016

DIE SUMME MEINER EINZELNEN TEILE

Regie: Hans Weingartner | mit Peter Schneider, Henrike von Kuick, Timur Massold
D 2012 | 112 Min.
„Martin ist ein Mathe-Genie, das die Welt in komplexe Zahlenkolonnen für sich verstehbar zu machen versucht. Mit dem Saufen befeuert Martin seinen Rechenrausch, die vom Arzt verschriebenen Pillen drohen nur, ihn wieder runterzuholen vom Zahlenolymp. Also setzt er die Pillen ab, verliert die Kontrolle, bis er auf der Straße landet, wo er sich mit einem russischen Waisenjungen anfreundet. Die beiden werden an den Stadtrand gedrängt, dort, wo nach ein paar dreckigen Pfützen und Sträuchern das satte Grün beginnt, und in dieses Grün ziehen sich die beiden immer weiter zurück“. Visualisierte Weingartner schon in seinem Debutfilm (Das weiße Rauschen) aus ungewohnt empathischer Perspektive Bilder einer psychischen Krankheit, so zieht er auch in diesem Film alle Register des Psychodramas und wirft einen berauschend schönen, klaren Blick in den Grund des Aufbegehrens. Eine Geschichte von Freundschaft und Widerstand, Wut und Neuanfang. So einfach wie genial….“ Hans Weingartner ist der letzte Abenteurer und der letzte Utopist des deutschen Kinos“ (Christian Buß, Spiegel-Online)