FREIBURGER FENSTER | Mai 2016

TANZENDE REVOLTE AM BOSPORUS

Regie: Claudia Carolin Münch
Deutschland/Türkei 2015 | 49 Min.
Angefangen hat alles mit 12 Bäumen im Gezi-Park. Doch schon lange ging es um weitaus mehr als um eine handvoll Bäume. Im Mai 2013 versammelte sich auf dem Taksim-Platz im Herzen Istanbuls eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die mit spontanen Aktionen in Form von Konzerten, Straßenkunst und Tanz für kulturelle und politische Offenheit in der Türkei eintraten – trotz heftiger Polizeigewalt.
Wir begegneten einer Generation, die begonnen hat ihre eigene Vorstellung von Zukunft zu formulieren und mit Kreativität, Mut und Humor für ihre Freiheit einstanden. Es zogen vor allem junge Menschen auf die Straßen. Sie kreierten neue Möglichkeiten des politischen Ausdrucks und schufen zugleich neue Wege, ihre sozialen Bedürfnisse zu artikulieren. Menschen unterschiedlichster Herkunft, Ideologie oder Konfession wurden durch die Proteste zusammengeführt. Durch ihr gemeinsames Ziel konnten sie über Grenzen hinausgehen und Hürden überwinden. Es gelang ihnen dadurch ihrem Bedürfnis nach gesellschaftlicher Freiheit eine Stimme zu geben. „Überall ist Taksim, überall ist Widerstand!“ „Das war erst der Anfang“ - Die Frage ist, was bleibt?