LESUNG UND FILM | MITTWOCHSKINO

LA ZERDA UND DIE GESÄNGE DES VERGESSENS

LA ZERDA ET LES CHANTS DE L’OUBLI

Reihen: LESUNG UND FILM | MITTWOCHSKINO

Algerien 1980 | OmU | 60 Min.
Assia Djebar war die bekannteste Schriftstellerin Nordafrikas. Während einer zehnjährigen Schreibkrise wandte sie sich einem neuen Medium zu und drehte zwei international preisgekrönte Filme: La Nouba und La Zerda et les Chants de L’Ounli.
In La Zerda entwirft Assia Djebar ein komplexes Bild der Kolonialgeschichte Algeriens, wobei sie sich besonders auf die Rolle der Frauen in dieser schwierigen Epoche konzentriert. Assia Djebar über das Thema ihres Films, der ersten Regiearbeit einer Frau in der algerischen Filmgeschichte: »In einen völlig unterworfenen und zum Schweigen gebrachten Maghreb strömten Fotografen und Filmemacher, um Aufnahmen von uns zu machen… Die »Zerda« ist jenes langsam aussterbende Fest, das sie angeblich bei uns einfangen wollten...«. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Filmemacherin fügt hier die fremden Blicke der Kolonialherren zusammen – entlarvend, kritisch, bitter. Die von ihr konzipierte Tonspur lässt anonyme Stimmen und Dichtungen erklingen, und »Gesänge des Vergessens« intervenieren. Anfang der 1980er Jahre schuf Djebar mit diesem poetischen Filmessay eine neue Art, die algerische Geschichte zu verstehen. Sonderpreis der Berlinale 1983: für den besten historischen Film.
Einführung: Beate Thill (Literarische Übersetzerin, u. a. von »Assia Djebar)«
Eintritt: 7,00 Euro, ermäßigt 5,00 Euro; Eintritt Lesung + Film: 12,00 Euro