INDIEN IM FILM: SATYAJIT RAY – FRÜHE WERKE / JOE MAY – DAS INDISCHE GRABMAL

DAS MUSIKZIMMER

Jalsaghar

Reihe: INDIEN IM FILM: SATYAJIT RAY – FRÜHE WERKE / JOE MAY – DAS INDISCHE GRABMAL
Regie: Satyajit Ray | Buch: Ray nach der Novelle Jalsaghar von Tarasankar Banerjee | mit: Chhabi Biswas, Gangapada Basu, Padma Devi
Indien 1958 | OmU | 100 Min.
Indien kurz vor dem Ende der britischen Kolonialzeit: Auf seinem Landsitz ist der Feudalherr Biswambhar Roy (Chhabi Biswas) Teil einer untergehenden Klasse: Fluten und Erosion zerstören das Land, das er verwaltet. Die Kassen sind lehr. Dennoch fühlt er sich seinem Status und seiner Tradition verpflichtet. Trotz drohendem Bankrott pflegt nach wie vor seinen aufwendigen Lebensstil, zu dem auch kostspielige Vorstellungen in seinem Musikzimmer gehören. Doch auch sein neuer Nachbar Mahim Ganguly (Gangapada Basu) weiß um die Bedeutung solcher Abende. Er ist ein Represantant der Moderne, der es versteht, aus den sozialen Umwälzungen Profit zu schlagen. Roy verachtet den Emporkömmling, der aus der Familie eines Geldverleihers stammt. " Musik als Opium des Untergangs, als letztes, berauscht zuckendes Eintauchen in eine schwindende Welt…. Selbsttötung mit Musik, ein bengalischer danse macabre, begleitet vom verzückten Schmerz der Sitar und dem süßen Aufruhr der Tabla vor einer Zuhörerschaft auf Polstern lagernder, sherbet-schlürfender, hookah-schmauchender Gäste. Jalsaghar, indisches Gegenstück zu Viscontis Gattopardo. Porträt einer Person und einer Epoche. Realismus auf der Probe zum Extrem: die Schwertklinke zum Äußersten gebogen. " (H.T. - Österreichisches Filmmuseum)