LESUNG UND FILM

MALI BLUES

Reihe: LESUNG UND FILM
Regie: Lutz Gregor
Deutschland 2016 | OmU | 90 Min.
Mali, im Herzen von Westafrika gelegen, wird oft als Wiege des Blues und Jazz bezeichnet. Es heißt, SklavInnen hätten ihre heimischen Rhythmen und Klänge von dort auf die Baumwollfelder Nordamerikas mitgebracht. In Mali ist die Musik bis heute fester Bestanteil der kulturellen Identität des Landes. MusikerInnen genießen eine hohe Stellung in der Gesellschaft. Mit Fatoumata Diawara, internationaler Shooting-Star der Global-Pop-Szene, begibt sich die preisgekrönte Dokumentation auf eine musikalische Reise. Regisseur Lutz Gregor spürt der reichen Musikkultur des Landes nach und erfährt, wie sie von Dschihadisten bedroht wird. Dabei trifft er auf weitere engagierte MusikerInnen, die sich mit ihrer Musik für Frieden und religiöse Freiheit in Mali einsetzen.

Eine der Protagonistinnen ist die Sängerin und Songschreiberin Fatoumata Diawara. Als junges Mädchen flüchtet sie aus Mali, um sich einer arrangierten (Zwangs-)Heirat zu entziehen. »Ich bin gegangen, um meine eigene Geschichte schreiben zu können«, sagt sie heute. »Obwohl ich wusste, dass es für mich als schwarze Frau, die ohne Zustimmung ihrer Eltern abgehauen ist, schwer werden würde. Der Kampf gegen diesen Schmerz hat mich und meine Musik stark geprägt.« Fatoumata Diawara schafft im Ausland als Sängerin den großen Durchbruch, in ihren Balladen erzählt sie vom Leben als afrikanische Frau und dem Leid der Mädchen durch überholte Traditionen. Als der Norden Malis von radikalen Islamisten heimgesucht wird, entscheidet sie sich, wieder für ihr Heimatland aktiv zu werden.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „50 Jahre iz3w“ in Kooperation mit dem Centre Culturel Français Freiburg, dem Frankreichzentrum, dem iz3w (informationszentrum 3. welt) und dem Kommunalen Kino