MANN AUS MAMOR

Czlowiek z marmuru

Regie: Andrzej Wajda | mit: Jerzy Radziwilowicz, Krystyna janda, Tadeusz Lomnicki
Polen | OmU | 156 Min.
Andrzej Wajda: Regie-Legende des Polnischen Kinos
Die Goldene Palme, den Goldenen Löwen, den Oscar – es gibt kaum einen Filmpreis, den Andrzej Wajda (* 6. März 1926 in Suwałki; † 9. Oktober 2016 in Warschau) nicht gewonnen hat. Sein Leben lang war sein Thema die jüngere Geschichte seines Heimatlands Polen. Seine Landsleute sind in Wajdas Werk Opfer, Helden oder Verräter, aber immer Verlierer Sein Werk rief Konflikte mit der Zensurbehörde hervor, die Filme wurden zeitweise aus den Kinos verbannt. Wajda emigrierte und setzte seine Arbeit u.a. in Frankreich und in Deutschland fort, bevor er 1989, nach dem Systemwechsel, nach Polen zurückkehrte. Immer wieder setzte sich der Regisseur, der selbst am Widerstand gegen die deutsche Besatzung teilgenommen hatte, in seinen Filmen mit der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Machtübernahme durch die Kommunisten nach 1945 auseinander. Im Jahr 2000 wurde der Regisseur für sein Lebenswerk mit dem Oscar® ausgezeichnet.

DER MANN AUS MAMOR
Die junge Filmstudentin Agnieszka möchte ihren Diplomfilm über die Helden der Arbeit der 1950er Jahre drehen. Bei der Recherche stößt sie in einem Museumsarchiv auf Marmorstatuen aus jener Zeit. Besonders fasziniert ist sie von einer Plastik, die den Maurer Mateusz Birkut darstellt, einen Helden der Arbeiterklasse, dem es gelungen war, innerhalb einer Schicht 28.000 Ziegelsteine zu verarbeiten. Der Film, eine cineastische Geschichtsstunde, birgt eine Geschichte in der Geschichte: Rückblenden aus den fünfziger Jahren erzählen vom Aufstieg und Fall eines Arbeiters, der an den Kommunismus glaubte, aber wegen seiner Kritik in Ungnade fiel und von der Bildfläche verschwand. Mit der Rolle der Agnieszka und ihrer mutigen Suche nach der Wahrheit entwirft Wajda den Prototypen einer jungen Polin, wie ihn das polnische Kino bis dahin nicht kannte. Krystyna Janda spielte in ihrem Spielfilmdebüt die unkonventionelle und unerschrockene junge Frau so überzeugend, dass sie zur Ikone einer ganzen Generation avancierte. Der Stoff war brisant und politisch gefährlich. 17 Jahre sollte es dauern, bis Wajda das Drehbuch von Aleksander Ścibor-Rylski verfilmen konnte. .Nach seiner Fertigstellung versuchten die Behörden erfolglos, den Vertrieb des Films zu stoppen.