CARMEN

Regie: Ernst Lubitsch | Buch: Drehbuch: Hanns Kräly; Kamera: Alfred Hansen | mit: Pola Negri, Harry Liedtke, Leopold von Ledebur, Wilhelm Diegelmann, Grete Diercks
Deutschland 1918 | 87 Min.
Mit einem Spot-Light auf Pola Negri – als international gefeierte Stummfilm-Ikone eine frühe Botschafterin Polens in Berlin und Hollywood – wollen wir auf das Jubiläumsjahr der polnischen Unabhängigkeit hinweisen. Wir nehmen es zum Anlass einer von November bis Dezember angelegten Filmreihe zum polnischen Kino, die wir in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte, Universität Freiburg, veranstalten werden.
Pola Negri (1897-1987) wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen in Warschau auf. Der Vater, ein böhmischer Roma, emigriert 1892 aus der
Slowakei nach Russisch-Polen und ist im polnischen Untergrund gegen die russische Besatzungsmacht aktiv. Im Zuge der Unruhen wird er 1905
verhaftet und nach Sibirien deportiert. 1917 entdeckt sie der polnische Regisseur Richard Ordynski, der in Warschau Max Reinhardts Pantomime
Sumurun inszeniert. Es folgt ab Januar 1918 ein Engagement am Deutschen Theater in Berlin. Unter der Regie von Ernst Lubitsch spielt sie
in Die Augen der Mumie Ma, der im Oktober 1918 Premiere in Berlin hat. Mit Lubitschs in Sevilla angesiedelter Opernverfilmung Carmen, die drei
Monate später am Ku-Damm Premiere feierte, wurde sie sofort zum Star. Zum Inhalt: »Carmen lockt Don José vom Weg der Tugend und Pflichterfüllung
auf die Pfade der Schmuggelei. Als sie ihre Liebe zum Stierkämpfer Escamillo entdeckt, wird sie von Don José erstochen.«
(Klassiker des deutschen Stumm Films, 1983), Archiv-Kopie: 35mm - Murnaustiftung