Georgische Woche 2018 | Amateurfilm am Oberrhein

Lesung „Der scharlachrote Wolf“ von Goderdsi Tschocheli

Reihen: Georgische Woche 2018 | Amateurfilm am Oberrhein

70 Min.
LESUNG UM 17 UHR:

»Der scharlachrote Wolf«
von Goderdsi Tschocheli

Es liest Anastasia Kamarauli, die Übersetzerin des Romans

Die letzten Jahre seines Lebens kämpfte Goderdsi Tschocheli mit Depressionen, nach einem missglückten Suizidversuch verschlimmerte sich die sein psychischer Zustand. Am 16. November 2007 starb er mit 53 in Tbilissi.

Der Roman »Der scharlachrote Wolf« ist in gewisser Hinsicht ein autobiografisches Werk. Die Parallelen zwischen dem Protagonisten und Tschocheli sind deutlich. Beide kamen aus Tschocheli, gingen in die Stadt und hatten es schwer, dort ihren Platz zu finden. Geistig konnten sie ihre Heimat verlassen. Auch der Protagonist Luka bewegt sich, so wie der Autor, zwischen mehreren Welten – dem Hochgebirge und dem Flachland, dem Christentum, dem Heidentum und dem sozialistischen Atheismus, der Stadt und dem Land, der Tradition und der Moderne. So war auch Tschocheli selbst stets auf der Suche nach seinem Platz in dieser Welt. Wie schwer er sich damit tat, zeigt sich deutlich in seinem tragischen Leben.

KONZERT UM 19 UHR:

Die georgische Komponistin, Pianistin und Sängerin Russudan Meipariani lebt und arbeitet seit 1999 in Deutschland. Neben des Kompositionsstudiums in Karlsruhe bei Wolfgang Rim, hat auch das Studienjahr an der Osloer Musikhochschule ihrer künstlerischen Entwicklung wichtige Impulse gegeben. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit in den letzten Jahren waren Soloprogramme für Stimme und präpariertes Klavier sowie Vertonungen von Texten georgischen Dichter.


FILM UM 20:30 UHR:

In den 80er und 90er Jahren hat Tschocheli als Resisseur und Drehebuchautor mehr als 20 Filme gedreht. Diese brachten ihm einen guten Ruf ein, dank einigen internationalen Auszeichnungen auch außerhalb Georgiens.

Der 1984 unter Regie und Drehbuch von Tschocheli erstandener Film „Das Leid der Menschen“ (Adamianta Sevda) ist als eine Komödie eingestuft, beschäftigt sich aber nicht mit leichten Themen und ist nicht als Unterhaltung gedacht. Der „Streifzug“ für die Braut aus dem Nachbarsdorf eröffnet Einblick in die Gedankenwelt des Autors über die menschliche Seele, den Sinn des Lebens und den Tod und die Verbindung der Menschheit mit ihrer Umgebung.