kino avantgarde | kino avantgarde - In Memoriam Claude Lanzmann

SHOAH

Teil 1

Reihen: kino avantgarde | kino avantgarde - In Memoriam Claude Lanzmann
Regie: Claude Lanzmann
F 1974-1985 | OmU | 274 Min.
Das hebräische Wort ›Shoah‹ bedeutet ursprünglich Untergang, Katastrophe. Mit Claude Lanzmanns gleichnamigem Film hat es als Bezeichnung für die massenhafte Vernichtung von Juden im Nationalsozialismus auch Eingang in die deutsche Sprache gefunden. Nach dreieinhalb Jahren Recherche sowie Dreharbeiten, die sich über fünf Jahre hinzogen, entstand in einem vierjährigen Montageprozess aus dreihundertfünfzig Stunden Material ein neuneinhalbstündiger Film. Lanzmann hat mit Zeugen des Massenmordes in den Vernichtungslagern von Treblinka, Chelmno und Auschwitz und mit Überlebenden des Warschauer Ghettos gesprochen; mit Tätern wie dem ehemaligen Unterscharführer Franz Suchomel in Treblinka, mit polnischen Bauern aus der Umgebung der Lager und mit jüdischen Überlebenden, die in ›Sonderkommandos‹ in den Gaskammern und Krematorien gearbeitet haben. Der Film kommt gänzlich ohne Kommentar und Archivmaterial aus und zeigt keinen einzigen Toten. Stattdessen führt er an die Orte der Vernichtung in der Gegenwart. Lanzmann fragt in seinem Film nicht nach dem Warum, sondern nach dem Wie. Beharrlich und sachlich erkundigt er sich nach einer Fülle von Details. Auf diese Weise gelingt es ihm, die Täter zum Sprechen zu bringen und den Überlebenden bei ihrer oft übermenschlich wirkenden Anstrengung, das Erlebte in Worte zu fassen, zur Seite zu stehen.