ARRHYTMIA

Arrhythmia

Regie: Boris Khlebnikov | Buch: Nataliia Meshchaninova, Boris Khlebnikov | mit: Aleksandr Yatsenko, Irina Gorbacheva, Nikolay Shrayber, Maxim Lagashkin, Albina Tikhanova
Russland, Finnland, Deutschland |
Mit skurrilem Humor und inszenatorischer Akribie untersucht der Film die Arrhythmien – Herzrhythmusstörungen – einer spannungsreichen Beziehung. „Oleg geht auf die Dreißig zu und rettet als Notarzt anderen Menschen das Leben. Auf sein eigenes Leben gibt er weit weniger Acht. Nach anstrengenden Schichten trinkt er oft zu viel. Die Ehe mit seiner Frau Katya, die in der Notaufnahme arbeitet, hat mehr Tiefen als Höhen. Eines Tages verkündet sie ihm, dass sie die Scheidung will. Das Problem: Bis Oleg ein neues Dach über dem Kopf gefunden hat, muss das Paar in ihrer winzig kleinen Wohnung miteinander klarkommen. »Arrhythmia« besticht als Paar- und Sozialstudie, die vom Zusammenspiel der Hauptdarsteller lebt. Die beiden verkörpern ihre Figuren mit jeder Faser, machen dieses intime Ringen zwischen Ablehnung und betrunkenem Sex auf der Küchenzeile ohne die obligatorischen krachenden Teller oder lautes Gebrüll glaubhaft. Die großen gesellschaftlichen Probleme wie der in Russland verbreitete Alkoholismus, die Ungleichheit und die Tücken der kapitalistischen Ökonomie klingen an, letztere verkörpert durch Olegs neuen Chef. Und doch ist »Arrhythmia« ein Film über die kleinen Leute und ihren Kampf im Alltag, über die Suche nach Sinn und nach Hoffnung. Die scheint gegen Ende zumindest nicht völlig abgeschrieben, denn auf der Autobahn strahlt die Sonne und Olegs Krankenwagen hat, zumindest für den Moment, freie Fahrt.“ (EPD Film)