DIE WALACHEI

Regie: Rejane Zilles
Brasilien 2013 | OmU |
DONA FLOR e.V. zu Ihrem 30-jährigen Jubiläum
Die sprichwörtliche Walachei liegt nicht nur in Rumänien, sondern auch in Südbrasilien.
Die Dokumentation der in Rio de Janeiro lebenden deutsch-brasilianischen Regisseurin und Produzentin vermittelt ein eindrucksvolles Bild vom Leben in einer typisch deutschen Siedlung im südbrasilianischen Gebiet Rio Grande do Sul, in dem sich seit 1824 auch pfälzische Auswanderer niedergelassen haben. In abgelegenen Dörfern wie Frankenthal, Jammerthal und Bananenthal leben noch heute Nachfahren deutscher Einwanderer, manch einer nicht viel anders als ihre Vorfahren: Sie beackern ihre Felder, backen ihr Brot, stellen ihre Butter her und fahren mitunter noch mit dem Ochsengespann zur Arbeit. Sie sprechen noch heute eine deutsche Mundart, die für deutsche Ohren fremd klingt und nur schwer zu verstehen ist. Manch einem geht auch heute das Portugiesische alles andere als leicht von den Lippen. Dennoch sagen alle ohne zu zögern: Wir sind Brasilianer. Denn vom heutigen Deutschland wissen sie nichts.
Der Film ruft eindrücklich in Erinnerung, dass Deutschland nicht nur ein Einwanderungsland ist – was der deutschen Mehrheitsgesellschaft so schwer fällt zu akzeptieren - sondern seit Jahrhunderten auch Auswanderungsland. Hier sind Nachfahren deutscher Einwanderer, die sich auch nach 180 Jahren noch schwer mit dem Portugiesischen tun. Wer vor diesem Hintergrund die deutschen Diskussionen und die Aufregung um „Migration und Integration“ betrachtet, wünscht sich, dass die Erfahrungen deutscher Auswanderer in Deutschland sich vermitteln: Die vielbeschworene "Integration" ist alles andere als leicht, den Deutschen in der Walachei ist sie besonders schwer gefallen.