LESUNG UND FILM: REVOLUTION IM BAUCH: DER IRAN IN DEN 80ER JAHREN

Lesung mit Maryam Madjidi aus ihrem Buch DU SPRINGST, ICH FALLE


Die Heldin ist sie selbst, die Geschichte ihre eigene und die Suche eine endlose: Im Iran der kommunistischen
Revolution wächst Maryam Madjidi auf, als Mädchen geht sie mit den Eltern nach Paris, und als junge Frau treibt sie die Sehnsucht zurück nach Teheran. Wo sie sich zum ersten Mal verliebt und begreift, dass ihre Heimat ganz woanders liegt. In diesem autobiographischen Debüt erzählt die Gewinnerin des
Prix Goncourt du premier roman 2017 von ihrer Kindheit im Iran, vom Kampf der Eltern für den Kommunismus und davon, wie sie ihr Spielzeug an die Kinder im Viertel verschenken musste. Heimlich vergrub sie die Lieblingssachen im Garten und steckte sie später in den Ko er für Frankreich. Hier sollte das neue Leben anfangen – ohne Kampf, ohne Gefängnis. Aber die kleine Maryam fühlt sich fremd, weil alles fehlt: die eigene Sprache, echte Freunde, die geliebte Großmutter. In Paris sind die Hände des Vaters nutzlos, die Augen der Mutter müde. Als junge Frau fährt Maryam in den Iran zurück, verliebt sich und bricht mit allem … Mitveranstalter: Centre Culturel Français Freiburg und Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Außenstelle Freiburg.
»Wir rennen, rempeln Leute an, stoßen gegen Koffer und springen über Hindernisse. Wir tanzen. Wir tanzen, um dem Tod zu entrinnen. Ich klammere mich an deine Hand. Du läufst viel zu schnell, meine Füße berühren kaum den Boden. Ich fliege mit dir.«

Maryam Madjidi wurde 1980 in Teheran geboren, mit sechs Jahren hat sie das Land verlassen, um in Paris und dann in Drancy zu leben. Heute unterrichtet sie Flüchtlinge in Französisch, nachdem sie mehrere Jahre an einer Schule in der Banlieue gearbeitet hat. "Du springst, ich falle" ist ihr
erster Roman und hat in Frankreich Kritiker und Publikum im Sturm erobert.