JOHNNY FLASH

Werner Nekes & Helge Schneider

Regie: Werner Nekes und Christoph Schlingensief | Buch: gab es keins | mit: Helge Schneider, Andreas Kunze, Heike Melba-Fendel
Deutschland 1985 | 80 Min.
Jürgen Potzkothen, ein unscheinbarer und schüchterner Hornbrillenträger, wohnt mit seiner fürsorglichen Mutter in einer kleinen Einzimmerwohnung. Als er sich mit einem Demoband beim Künstleragenten Terrence Toi vorstellt, wird er – eher zufällig – engagiert und unter dem Künstlernamen Johnny Flash beginnt sein kometenhafter Aufstieg zum Star der Hitparade...
Der Experimentalfilmemacher Werner Nekes drehte mit Christoph Schlingensief an seiner Seite diesen Film mit teilweise einfachsten Mitteln an Originalschauplätzen im Ruhrgebiet. JOHNNY FLASH lebt von Nekes zahlreichen visuellen Einfälle, mit deren Hilfe er groteske Wesen und absurde Kleinigkeiten zu erschaffen weiß und uns zeitweise in eine surreale Traumwelt versetzt. Absurd-komische Höhepunkte des Films sind Helge Schneiders Darbietungen als A-cappella-Trio und als Nixe Loreley, während sein kongenialer Partner Andreas Kunze ebenfalls in zahlreichen Rollen glänzt, u.a. als Mutter Potzkothen und Künstleragent Toi. Beide verkörpert Kunze dank experimenteller Doppelbelichtung dann auch gleichzeitig in ein und derselben Szene.
Dieser verrückte Mix aus Narration und visueller Spielfreude unterstreicht den experimentellen Charakter des Films, der bis heute ein Unikum im Schaffen des Regisseurs wie auch in der deutschen Filmlandschaft darstellt. Andreas Weiland, deutsch/englischer Filmkritiker und Poet, adelte den »Musikfilm« Johnny Flash als eine Hommage an Karl Valentin. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.