ciné club - zum 100. Geburtstag von Jean-Pierre Melville

DER EISKALTE ENGEL

Le Samouraï

Reihe: ciné club - zum 100. Geburtstag von Jean-Pierre Melville
Regie: Jean-Pierre Melville | Buch: Drehbuch: Jean-Pierre Melville und Georges Pellegrin, nach dem Roman "The Ronin" von Joan McLeod | mit: Alain Delon, Nathalie Delon, François Perrier, Cathy Rosier, Jacques Leroy, Michel Boisrond, Robert Favart, Jean-Pierre Posier u.a.
Frankreich 1967 | DF | 90 Min.
Jeff ist ein bezahlter Killer, der seine Aufträge mit eiskalter Präzision und ohne Aufhebens ausführt. Die Schlinge zieht sich langsam zu, als ein Polizeiinspektor kompromißlos Jagd auf Jeff macht. Mit der gleichen Konsequenz, mit der er andere tötete, geht der eiskalte Engel bei seinem letzten Auftrag selber in den Tod. "Alain Delons Rolle und sein minimalistisches Spiel wurden zum Inbegriff einer neuen Coolness, einer Attitüde, kopiert und zitiert von Popstars wie David Bowie und von Schauspielern wie Helmut Berger. Zugleich wirken die maschinellen, wie geölt wirkenden, roboterhaften Bewegungen nicht nur des Helden, nein aller Figuren, wie ein Reflex auf die politische und soziale Erstarrung des Jahres 1967. Auf Verhältnisse, die bald darauf vom politischen Aufbruch der 68-er-Bewegung hinweggefegt werden sollten. Jeff Costello ist nicht mehr eins mit dieser Welt, in der er lebt und tötet. Vielleicht war er es nie. Vielleicht schlummert in ihm eine große Sehnsucht nach etwas anderem. Aber vielleicht projizieren wir diese Sehnsucht auch nur hinein, in die Einsamkeit des Tigers im Dschungel von Paris." (Katja Nicodemus)