Der Erzähler Heinrich Böll und das Kino

DR. MURKES GESAMMELTES SCHWEIGEN

Reihe: Der Erzähler Heinrich Böll und das Kino
Regie: Rolf Hädrich | Buch: Rolf Hädrich, Dieter Hildebrandt
BRDeutschland 1964 | DF | 45 Min.
Der 100. Geburtstag des Autors am 21. Dezember 2017 ist ein willkommener Anlass für eine erneute Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger, dem engagierten Intellektuellen und streitbaren Katholiken Heinrich Böll. Katholische Akademie, Studium generale und Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg laden gemeinsam mit weiteren Partnern zu einer neugierigen Wiederbeschäftigung mit dem Werk und den literarischen wie politischen Wirkungen des Autors, aber auch mit der Frage nach seiner fortdauernden Aktualität ein. Das Gesamtprogramm umfasst einen Film- und Vortragszyklus in Universität und Kommunalem Kino, ein zentrales Symposion in der Katholischen Akademie sowie eine Ausstellung in den Räumen des Centre Culturel Français. Weiterführung der im November gestarteten Filmreihe

Dr. Murkes gesammeltes Schweigen
Als geniale Satire auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk entstand dieser Film nach den Erzählungen von Heinrich Böll in den Jahren 1963/64 beim Hessischen Rundfunk, der mit seinem Frankfurter Funkhaus auch gleich den Schauplatz lieferte. Dr. Murke ist junger Redakteur in der Abteilung "Kulturelles Wort" eines Rundfunksenders. Er hat die Radiosendungen des wortgewaltigen Kulturpapstes Prof. Bur-Malottke zu betreuen, Sendungen voller tiefschürfender Ausführungen über kulturelle und existenzielle Probleme. Bei der letzten Aufnahme, als er über das Wesen der Kunst dozierte, habe er zu viel von "Gott" gesprochen, findet Bur-Malottke nachträglich. Doch er weiß eine einfache Lösung: man schneidet das verfängliche Wort aus dem Tonband heraus und ersetzt es durch eine unverfängliche Formulierung. Dr. Murke bekommt den Auftrag, diese delikate Operation vorzunehmen. Genau siebenundzwanzig Mal soll er "Gott" durch "jenes höhere Wesen, das wir verehren" ersetzen.