DER GROSSE JAPANER

Dainipponjin

Regie: Hitoshi Matsumoto | mit: Hitoshi MATSUMOTO, Riki TAKEUCHI, Ryunosuke KAMIKI
Japan 2007 | OmeU | 113 Min.
Leben wir wirklich, wie der Politikwissenschaftler Herfried Münkler meint, in einer
„postheroischen Gesellschaft“? Die Bedeutungen des Wortes „Held“ wandeln sich, aber im Alltag sind wir von Helden,
und dem Aufruf, selbst welche zu werden, nahezu umzingelt: von der Baumarktwerbung bis zum Marvel-Disney Blockbuster. Helden ziehen immer
– aber nicht überall auf die gleiche Weise, oder? Wie übersetzen sich verschiedene Vorstellungen des Heroischen, und seiner Ästhetik, in einer
globalisierten Populärkultur? Mit einer Vielzahl von ReferentInnen aus Asien, Australien, Europa, der Karibik und den USA setzt sich der Sonderforschungsbereich „Helden, Heroisierungen, Heroismen“ der Uni Freiburg in einer Tagung mit diesen Fragen auseinander. In diesem Rahm
en zeigt das Kommunale Kino mit „Der große Japaner“ einen hochironischen Beitrag zum Thema: "Welches Übel ist das größte: Der starrende Zyklop? Der stinkende Riesenkrake? Oder das einbeinige Hüpfmonster? Falsch, es ist die unerträgliche Alltäglichkeit im Leben eines Superhelden.
Denn die goldenen Zeiten der mutigen Krieger sind vorbei. Daisato, seines Zeichens Superheld in sechster Generation, muss
sich um Sponsoren und eine gute TV-Quote mühen. „Der Große Japaner“, so sein Kampfname, wird gemobbt und schikaniert – und geht, als ob nichts wäre, stoisch seiner Pflicht nach. Japans Star-Comedian Hitoshi MATSUMOTO alias Hitosi MATUMOTO feiert in seinem mockumentarischen Debütfilm einen Abgesang auf Godzilla, Ultraman und Co. Irrwitzige Schlachten und ein lethargischer Superheld als Mischung aus Bill Murray und dem unglaublichen Hulk ergeben eine unvergleichlich tragische Komödie - melancholisch, bizarr und urkomisch." (rapid eye movies)

In Kooperation mit dem interdisziplinären Sonderforschungsbereich 948 "Helden, Heroisierungen, Heroismen" der Universität Freiburg