Freiburger Erstaufführungen

DER TOD VON LUDWIG XIV

La mort de Louis XIV

Reihe: Freiburger Erstaufführungen
Regie: Albert Serra | Buch: Thierry Lounas, Albert Serra | mit: Jean-Pierre Léaud, Patrick d'Assimcao, Marc Susini, Bernard Belin, Irène Silvagni, Vicenc Altaió
Frankreich, Spanien, Portuga 2017 | OmU | 115 Min.
„Der Tod von Ludwig XIV.“ ist eine Elegie über das Warten, es geht schnell und dauert eine Ewigkeit, zwei Wochen warten Ludwig und der Hofstaat auf den Tod. Ein Kammerspiel im Schlafgemach, ein Requiem auf Absolutismus und Despotie, eine Etüde über den siechenden Körper der Macht. Und eine Hommage an Jean-Pierre Léaud, die Ikone der Nouvelle-Vague. Léaud ist der Sonnenkönig des französischen Kinos. Dem katalanischen Regisseur Albert Serra ist es gelungen, dass Léaud sich selbst spielt und die Aura dazu, indem er ihn für eine majestätische Hauptrolle vor die Kamera lockte.“ (Tagesspiegel) „Albert Serra hat mit drei Kameras gefilmt, um keine Regung seines Hauptdarstellers zu verpassen. Im Übrigen hält er den Apparat klein und macht die Bilder groß: Die Beschränkung auf einen Schauplatz, die ruhige Montage und die minimalistische Tonspur lassen Farben, Texturen, Licht- und Schatteneffekte wie in den Bildern von Rembrandt oder Georges de la Tour hervortreten.“ (Die Zeit) "Serras Bild vom verfaulenden Autokraten ließe sich als Chiffre lesen für zeitgenössische Dekadenz, für Sonnenkönige mit wasserstoffblonden Toupets statt grauer Allongeperücken. Aber sein Vanitas-Kammerspiel ist weniger politischer Fingerzeig als eine Totenmesse für den Mythos französisches Kino. ... ein tableau mourant, ein barockes Gemälde voller Samtkissen, Brokatdecken, güldenem Zierrat. Der Film ist keine Hommage, sondern eine Entmystifizierung. Der König ist tot. Es lebe das Kino." (Spex)