DEMOKRATIE & WAHLRECHT | MITTWOCHSKINO

DIE SUFFRAGETTE

Reihen: DEMOKRATIE & WAHLRECHT | MITTWOCHSKINO
Regie: Urban Gad | Buch: Urban Gad | mit: Asta Nielsen, Max Landa, Mary Scheller u.a.
Deutschland 2013 | 62 Min.
Nelly, Tochter aus gutem Hause, kehrt aus dem Internat zurück und schließt sich dem Kampf der Suffragetten für das Frauenwahlrecht an. Minister Lord Ascue will die emanzipatorischen Bestrebungen per Gesetz unterbinden. Die Suffragetten gelangen durch eine Mätresse an Briefe, die den Minister diskreditieren, und planen ihn auf diese Weise zu erpressen. Nelly soll und will den »Auftrag« ausführen und führt für den Fall des Scheiterns auch eine Bombe mit sich. Sie konfrontiert Ascue mit den Briefen; als er bei seinem Vorhaben bleibt, deponiert sie die Bombe. Doch erwachende Liebe lässt sie den Minister gerade noch rechtzeitig warnen… Die Hauptcharaktere dieses Melodrams basieren auf den realen Begründerinnen der Suffragtten-Bewegung, Christabel Pankhurst und ihre Tochter Emmeline Pankhurst, die 1903 die "Women's Social and Political Union" gründeten, eine Organisation, die das Wahlrecht für Frauen in Großbritannien erkämpfen wollte: mit öffentlichen Protesten und Hungerstreiks. Ihr Gegenspieler war der damalige Premierminister Herbert Henry Asquith, im Film in der Person des Lord Ascue angelegt.
Im damaligen Deutschen Reich hatten die Frauen vor dem Ende des 1. Weltkriegs ebenfalls noch kein Wahlrecht. Im Entstehungsjahr des Films 1913 schrieb Malwine Rennert in einer Kritik, dass der Film in der Provinz erfolglos war: „Das deutsche Bürgertum liest nicht genug, um sich für die Suffragettenbewegung zu interessieren; das Volk stand ihm ganz verständnislos gegenüber.“ - Christian Arp schrieb 1913 in der Ersten Internationalen Film-Zeitung, dass Urban Gad mit dem Film „ein aktuelles Thema angepackt und geschickt bearbeitet“ habe.