Von Schafen und Menschen

HIRTENREISE INS DRITTE JAHRTAUSEND

Reihe: Von Schafen und Menschen
Regie: Erich Langjahr
Schweiz 2002 | OmU | 124 Min.
Mit dem auf mehreren Dokumentarfilmfestivals ausgezeichneten Hirtenreise ins dritte Jahrtausend beleuchtet Regisseur Erich Langjahr das Hirtentum als eine der ältesten Kulturformen menschlicher Existenz. Gerade 30 bis 40 Wanderhirten gibt es noch in der Schweiz. Einer davon ist Thomas Landis, der im Winter mit einer Schafherde durchs Mittelland zieht und im Sommer mit Frau und Kindern zur Sömmerung auf eine Alp übersiedelt. Diese Familie hat Langjahr von 1994 bis 2001 begleitet, des Weiteren das Hirtenpaar Michel Cadenazzi und Bea Ammann. Entstanden ist ein schönes, aber ungeschöntes, nie heimattümlich verklärendes Dokument über das moderne Hirtenleben. Bilder von meditativ-beruhigender Wirkung schaffen gleichsam Ruhe und Raum für Fragen an die Zeit. (Birgit Schmid) – Stets geht es Langjahr darum, elementare Dimensionen freizulegen und zu zeigen, wie sehr wir gerade auch da noch von unserer Herkunft geprägt sind, wo wir uns von ihr entfernt haben. Hirtenreise ist weder ein Abgesang noch ein Loblied. Zwar ruft Langjahr auch romantische Bilder ab, zeigt die Schafherde auf dem weißen Feld, den Hirten, wie er vorangeht, die Esel und Hunde, seine treuen Helfer. Doch er zeigt auch die knochenharte Realität hinter dieser fast biblischen Bildwelt. (Thomas Allenbach)