Samule Beckett

RUE SAMUEL BECKETT: BARBARA BRAY

Reihe: Samule Beckett
Regie: Marek Kedzierski, Piotr Dzumala
Frankreich 2013 | OmU | 50 Min.
Barbara Bray: die große Unbekannte in Becketts Leben. 1924 in London geboren, als Kind von jüdischen Einwanderern aus Belgien. Nach ihrer Ausbildung in Cambridge arbeitete sie als Produzentin und Dramaturgin beim BBC Radio, wo sie einige der besten, aufstrebenden britischen und europäischen Autoren mit entdeckte. 1961 zog sie nach Paris. Dort lebte und arbeitete sie bis zu ihrem Tod (2010) als Kritikerin, später als literarische Übersetzerin.
Paris ermöglichte es Bray, in der Nähe von Beckett zu leben. Sie hatte ihn 1957 während der Produktion seines ersten Hörspiels All That Fall kennen gelernt und sich bald in ihn verliebt. Obwohl Beckett fest entschlossen war, sich von seiner Frau Susanne Dumesnil nicht zu trennen, gab es sonst niemanden, den er – so eng wie Bray – als Freundin und intellektuelle Partnerin an sich heranließ. Bray und Beckett kamen sich außergewöhnlich nah: sowohl privat als auch bei der künstlerischen Arbeit, zu der sie sich gegenseitig anregten. Im Laufe von dreißig Jahren schrieben sie sich mehrere Hunderte Briefe: Er vernichtete ihre Briefe, sie dagegen hob die meisten von seinen auf (ca. 720 Briefe bergen die Archive des Trinity College Dublin). Beckett machte sein Dreiecksverhältnis in einem seiner wenigen autobiographischen Stücke mit dem Titel Play (Comédie) unsterblich.
Der polnische Autor, Übersetzer und Regisseur Marek Kedzierski traf Beckett regelmäßig in den 1980er Jahren; nach dessen Tod (1989) war er ein enger Vertrauter von Bray. – Sein Film: eine Hommage an diese außergewöhnliche Frau.

Im Rahmen des Internationalen Beckett-Festivals in Freiburg vom 4. bis 12.3.2017. www.beckett111.net

Zum Gespräch nach dem Film sind anwesend:
Marek Kedzierski (Regie), Pjotr Dzumala (Kamera)
sowie Park Krausen aus Atlanta, Schauspielerin in vielen Beckett-Stücken,
die einen Dokumentarfilm über Samuel Beckett vorbereitet.

Moderation: Beate Thill