Film des Monats

BARAKAH MEETS BARAKAH

BARAKAH YOCABIL BARAKAH

Reihe: Film des Monats
Regie: Mahmoud Sabbagh | mit: Hisham Fageeh (Barakah), Fatima Al Banawi (Bibi), Sami Hifny (Da’ash), Khairia Nazmi (Daya Sa’adiya), Abdulmajeed Al-Ruhaidi (Maqbool)
Saudi-Arabien 2016 | OmU | 88 Min.
Wer würde eine Liebeskomödie aus Saudi-Arabien erwarten? Barakah meets Barakah hat das Publikum der Berlinale überrascht und verzückt. Der Erstling ist erfrischend frech, originell und lakonisch – und darüber hinaus ein mutiges Statement.
Er ist Ordnungsbeamter in Dschidda und Laiendarsteller im «Hamlet», nicht wirklich aus bester Familie. Sie ist eine Schönheit, Adoptivtochter eines reichen Paares mit Eheproblemen. Mit atemberaubender Raffinesse hebeln die beiden das System von Tradition, Etikette und Religionspolizei aus in einer Komödie für all jene, die schon immer mal wissen wollten, was in Saudi-Arabien eigentlich so los ist, und sich gerne überraschen lassen.

Das Forum des Jungen Films in Berlin brachte es auf den Punkt: «Würde man eine Umfrage unter Filmexperten starten, welches Land ihrer Einschätzung nach derzeit das am wenigsten geignete ist, eine sehr lustige und Romantic Comedy anzusiedeln, Saudi-Arabien hätte beste Chancen, die Top-Position einzunehmen. Falsch geraten – nichts weniger beweist Barakah Meets Barakah.» Im Publikumsgespräch nach der Premiere zeigten sich der Filmemacher und die beiden Darstellenden als eingeschworenes Trio. Er, Hisham Fageeh, war bereits mit YouTube-Filmen aufgefallen wie der Bob-Marley-Parodie «No Woman, No Drive» (unbedingt anschauen!). Sie heisst Fatima Al Banawi, hat Theologie studiert und entspricht ganz und gar nicht dem, was man sich unter einer saudischen Religionswissenschaftlerin vorstellt (so man davon überhaupt eine Vorstellung hat). Zusammen mit dem Regisseur Mahmoud Sabbagh strahlten sie eines aus: immense Freude an dem, was sie da gemacht hatten. Und zurecht. Ihr Film gibt uns auf lockere Art einen Einblick in einen Alltag, von dem wir wenig wissen. Lakonisch, amüsant, schräg, kurz: Ein Spass.
Walter Ruggle (Trigon Film)