BEST OF 2016

MALI BLUES

Reihe: BEST OF 2016
Regie: Lutz Gregor
Deutschland 2016 | OmU | 90 Min.
Seit jeher ist Musik auch ein volkstümliches Mittel, um soziale Unzufriedenheit und politischen Protest zu artikulieren. Seit den 1960er Jahren hat nicht zuletzt das Kino von dieser Verbindung zwischen „Pop & Politik“ profitiert, man denke nur an den Klassiker „Woodstock“ (1970) oder an „Electro Chaabi“ (2013) und den Sound des Arabischen Frühlings. Filme wie sie, waren und sind in besonderer Weise geeignet, kulturelle Identitäten über Sprachgrenzen hinweg zu vermitteln. Unsere Auswahl aktueller Musikdokumentationen führt nach Grönland, wo in den 70er Jahren die Rock-Band Sumé indigene Forderungen formulierte, nach Chile, wo der deutsch-chilenische Bassist Rodrigo Gonzalez die Protestsänger der „Nueva Cancion Chilena“ aus den 60er und 70er Jahren traf, und nach Mali, wo sich Musiker in der Gegenwart eines religiösen Fundamentalismus’ erwehren müssen.

Mali wird oft als die Wiege des Jazz und Blues gesehen, den schwarze Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten. Die Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Doch seitdem Islamisten den Norden des Landes besetzten und eine radikale Form des Islams einführten, ist die Musik in Gefahr. Musiker wurden gefoltert und bedroht – sie fürchteten um ihr Leben und flohen aus der Region um Timbuktu und Kidal. Der Terror geht weiter bis heute und weitet sich auch auf das restliche Land aus.

Der Film MALI BLUES erzählt die Geschichten von vier Musikern, die Hass, Misstrauen und Gewalt in ihrem Land und eine radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen. Weder in Mali, noch an einem anderen Ort auf der Welt.