Italienisches Kino: Die Roten Brigaden - Versöhnung in Film und Gespräch

BUON GIORNO NOTTE

Der Fall Aldo Morro

Reihe: Italienisches Kino: Die Roten Brigaden - Versöhnung in Film und Gespräch
Regie: Marco Bellocchio | mit: Roberto Herlitzka
Italien 2003 | OmU | 106 Min.
Im Frühjahr 1978 entführten Mitglieder der soeganannten Roten Brigaden (Brigate Rosse) Aldo Moro, den Vorsitzenden der konservativen Partei Democrazia Cristiana. 55 Tage lang hielten die Terroristen/innen den Politiker in einer Wohnung gefangen. Als deutlich wurde, dass die italienische Regierung nicht auf ihre Forderung nach der Freilassung ideologisch gleichgesinnter Häftlinge eingehen würde, erschossen sie Moro.
Kurz nach der kontrovers geführten Begnadigungsdebatte in Deutschland über die vorgezogene Haftentlassung des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar, gegen die sich Bundespräsident Horst Köhler letztlich entschied, erreichte Buon Giorno Notte die deutschen Kinos. Der "Italienische Frühling" 1978 markierte mit der Verschleppung und Ermordung Aldo Moros das blutige Ende der 1968er-Revolutionsutopien und erschütterte gleichzeitig das Vertrauen vieler Italiener in ihren Staat: Die Regierung engagierte sich kaum für eine Freilassung Moros; zahlreiche Verschwörungstheorien ranken sich seither um die damaligen Ereignisse.