Kurzfilmprogramm zur Ausstellung PARADIESFORMAT von Eva Rosenstiel | kino avantgarde | Pionierwerke der Filmkunst

KURZFILMPROGRAMM: PAINTING PARADISE - STREIFZÜGE DURCHS URBANE DICKICHT

Reihen: Kurzfilmprogramm zur Ausstellung PARADIESFORMAT von Eva Rosenstiel | kino avantgarde | Pionierwerke der Filmkunst
Regie: verschiedene Regisseure
Fotografien und Filme von Städten und Metropolen: Ob Foto oder Film, beides wird in der Kunst oftmals manipuliert, verfremdet und bearbeitet, das Eigene hinzugedacht, hineingemalt, um etwas Neues daraus entstehen zu lassen, Einblicke in die Vielschichtigkeit des Urbanen hinein. Hier treffen sich die Arbeitswelten und -weisen von Eva Rosenstiel – deren Ausstellung Anlass für dieses Kurzfilmprogramm ist – und den FilmemacherInnen der vorgestellten Kurzfilme.
Die gezeigten Kurzfilme sind Streifzüge durch Städte, reale wie fiktionale: Sonntagsspaziergänge oder Touristenblicke, die fremde Metropolen verstehen wollen. Selbst der mythologische Ort des Paradieses wird in einer Kriegsmetropole verortet. Und es werden Wege wieder aus der Stadt hinaus gesucht: Hinaus in eine vermeintliche Natur. Gezeigt wird unter anderem:

SONNTAG 1, Jochen Kuhn, Deutschland 2005, Animation, 6 Min.
Der erste Teil einer Reihe von Sonntagsausflügen. In SONNTAG 1 begleiten wir den Flaneur durch die morgendliche Stadt.

PAINTING PARADIS, Barbara Hlali, Deutschland 2008, Trickfilm, 5:30 Min.
Medienberichte zeigen, wie die Mauer, die das Schiiten-Viertel in Bagdad umgibt, mit schönen Landschaftsbildern übermalt wird: Ästhetische Gestaltung wird eingesetzt, um militärische Maßnahmen und Kriegsauswirkungen zu kaschieren.
Ähnlich verfährt die Regisseurin im Film mit der Gesamtsituation: Bilder aus Krisengebieten sind mit Farbe überdeckt, verändert, verschönert. Eine trügerische Idylle entsteht, die angesichts der realen (Kriegs-)Situation jedoch nicht aufrecht zu erhalten ist.

HONGKONG, Gerard Holthuis, Niederlande 1999, Dokumentarfilm, sw, 13 min., ohne Dialog
1998 wurde der Hongkonger Flughafen Kai Tak geschlossen. Der Anflug auf diesen Flughafen war ein einzigartig tieffliegendes Erlebnis: „Man konnte die Zeitungen in den Straßen lesen“.

REISE ZUM WALD, Jörn Staeger, Deutschland 2008, 7 min, ohne Dialog
Ein digitales Filmgedicht über Wald in Deutschland. Einer Spur der Bäume folgend, reist der Betrachter durch die von Menschen geformten Landschaften hin zum Wald.

ERÄÄN HYÖNTEISEN TUHO (Death of an Insect), Hannes Vartiainen, Pekka Veikkolainen, Animation, Finnland 2010, ohne Dialog, 6:45 min.
In einer weiten, leblosen Landschaft, in der die Zeit stehen geblieben ist, beginnt ein verrücktes Ballett, und ein neu geschlüpfter Schmetterling wird sterben.

TRANSIT LAURI ASTALA, Finnland, Dokumentarfilm, ohne Dialog, 9:30 min.
›Transit‹ verhandelt die kollektiven Bilder und Ideen von der städtischen Umgebung. Mittels Kamerabewegung, Perspektive und Kadrage verwandeln in New York aufgezeichnete ›dokumentarische‹ Aufnahmen die Stadt in einen fiktiven urbanen Raum, dessen visuelle Vertrautheit in der Geschichte des Films gründet.

BAUANGRIFF (Construction Aussalt), Laura Engelhardt, Dokumentarfilm, Deutschland 2014, 8 min.
›Construction Assault‹ ist ein essayistischer Dokumentarfilm, der die Kreisläufe von Aufbau und Abriss in Pekings Peripherie untersucht.

Gesamtdauer: ca. 57 Minuten. Kuratiert von Alexandra Heneka (KurzFilmAgentur Hamburg)